Sport : Fall Armstrong: Weltverband gerät ins Visier

Berlin - Der Fall Armstrong wird immer mehr zur Affäre des Radsport-Weltverbandes UCI. Auch die jahrelang angeblich ahnungslose Dachorganisation wird nun kritisch durchleuchtet. Rücktrittsforderungen an die Adresse des UCI-Präsidenten Pat McQuaid werden lauter. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird gegen den umstrittenen Iren vorerst aber nicht tätig werden, das IOC schloss Sanktionen gegen McQuaid und dessen Vorgänger Hein Verbruggen am Dienstag aus. Auch ein Olympia-Ausschluss des Radsports stehe nicht zur Disposition.

Die Kritik an McQuaid und seinem Verband wächst allerdings. John Fahey, Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, hat die UCI zu einer umfassenden Vergangenheitsaufarbeitung aufgefordert: „Die UCI muss definitiv die Scheuklappen abnehmen, sich die Leute anschauen, die damals für sie gearbeitet haben und sich fragen: Sind diese Leute immer noch dabei? Und können wir mit ihnen in Zukunft weitermachen?“ Auch mehrere ehemalige Radprofis griffen die UCI an. „Der Fisch stinkt vom Kopf her“, sagte der überführte Dopingsünder Jörg Jaksche dem ZDF in Bezug auf die UCI. Tyler Hamilton, der als Kronzeuge gegen Armstrong ausgesagt hatte, sieht für McQuaid „keinen Platz“ mehr im Radsport. Zuvor hatte McQuaid Hamilton und den weiteren Kronzeugen Floyd Landis als „scumbags (Drecksäcke)“ bezeichnet.

Von allein wird McQuaid seinen Posten nicht räumen. Der „L’Équipe“ sagte der Ire, er habe „nie an Rücktritt gedacht“. Im Gegenteil: Er wolle seinen „Anti-Doping-Kampf fortsetzen“ und 2013 wieder kandidieren. dpa/dapd

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