"Fall Frings" : Urs Meyer: Für seriöses Urteil fehlt die Zeit

Der frühere Schweizer FIFA-Schiedsrichter Urs Meyer hält eine sachgemäße Beurteilung im Fall des Disziplinarverfahrens gegen Nationalspieler Torsten Frings kurzfristig für unmöglich.

Berlin - «Für eine seriöse Aufarbeitung der Auseinandersetzungen nach dem Spiel Deutschland gegen Argentinien ist viel mehr Zeit nötig», sagte Meyer am Montag im Interview der Nachrichtenagentur ddp. Er erinnerte an die Auseinandersetzungen nach dem WM-Qualifikationsspiel Türkei gegen die Schweiz. Damals habe es zwei Monate gedauert, bis die FIFA zu einem Urteil gekommen sei, so Meyer. «Das könnte auch in diesem Fall so sein.»

Die mutmaßliche Handgreiflichkeit von Frings gegen den Argentinier Julio Cruz nach dem Viertelfinale sei «aufgrund der Fernsehbilder allein nur sehr schwierig zu beurteilen». Dafür müssten «auch die Aussagen aller Beteiligten gehört und bewertet werden». Das sei aber vor dem Halbfinalspiel Deutschland gegen Italien am Dienstag (21.00 Uhr, live im ZDF und bei Premiere) «absolut unmöglich».

Die FIFA-Kommission hatte noch für Montagnachmittag eine Entscheidung im Fall Frings angekündigt. Auf den Fernsehaufnahmen ist eine Handbewegung an das Gesicht von Cruz zu erkennen, die von Frings stammen könnte. Frings bestreitet die Vorwürfe. Die FIFA hatte ein Disziplinarverfahren eingeleitet, nachdem der italienische Fußballverband eine Sperre gegen Frings gefordert hatte. (tso/ddp)

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