Sport : Fall Semenya weiter unklar

Leichtathletik-Weltverband berät immer noch über 800-Meter-Weltmeisterin

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Warten auf die Entscheidung. Caster Semenya (hier bei der WM in Berlin) steht immer noch im Zentrum eines medizinischen und...X01988

Monte Carlo - Der Leichtathletik-Weltverband IAAF sucht bei der Sitzung des Councils in Monte Carlo fieberhaft nach einer Lösung im Fall Caster Semenya. Die IAAF wollte auch am Freitag die Ankündigung des südafrikanischen Sportministeriums nicht bestätigen, dass die 800-Meter-Weltmeisterin trotz der Kontroverse um ihr Geschlecht sowohl WM- Titel als auch das Preisgeld von rund 40 000 Euro behalten kann. „Es wäre voreilig, über das zu sprechen, solange wir noch nicht in der Lage sind zu sagen: Ja, damit sind wir total einverstanden“, sagte IAAF-Sprecher Nick Davies in einer Pause des Council-Meetings. Am Freitagabend nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe wollte sich der Weltverband in einer Pressekonferenz noch einmal zu Semenya äußern.

„Dieser Fall ist sowohl politisch als auch auf wissenschaftlich-medizinischem Fachgebiet sehr sorgfältig zu behandeln“, sagte Davies. „Wir arbeiten so schnell wie möglich hinter den Kulissen an einer Lösung.“ Bei den Beratungen seien „alle Parteien“ dabei. Bei der 18-jährigen Semenya war nach ihrem schnellen Aufstieg in die Weltspitze und dem WM-Sieg Zweifel an ihrer Weiblichkeit aufgetaucht, woraufhin die IAAF einen Geschlechtstest angeordnet hatte. Die Ergebnisse dieses Test liegen nach Auskunft des Verbandes noch nicht vor und sind deshalb nicht Grundlage der Diskussion der zweitägigen Council-Sitzung.

Es wir gemutmaßt, dass Semenya ein Zwitter (Hermaphrodit) ist und damit sowohl die Geschlechtsmerkmale einer Frau als auch eines Mannes aufweist. Die IAAF hat dies bisher nicht bestätigt. Das südafrikanische Sportministerium war am Donnerstag vorgeprescht und hatte behauptet, es gebe eine Übereinkunft, dass Semenya ihren Weltmeistertitel und ihr Preisgeld behalten darf. Außerdem verkündete die Behörde, dass die Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen nicht veröffentlicht werden und nur eine Sache zwischen Arzt und Semenya seien.

Das Ministerium erweckte zudem den Eindruck, diese Erklärung in voller Übereinstimmung mit der IAAF gemacht zu haben. dpa

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