Sport : Falsch gelaufen

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Frank Bachner wundert sich über

das Desinteresse am Fälscher des IstafFax

Man kann sich ja nicht an alles erinnern. Deshalb muss man an dieser Stelle auf den erhöhten Pulsschlag von Klaus Wowereit eingehen, als der Regierende Bürgermeister sich 2002 öffentlich über das gefälschte Istaf-Fax (siehe Kasten Seite 27) empörte, das Berlins Bewerbung um die Leichtathletik-WM 2005 sabotierte. „Da waren Kräfte im Spiel, die unserer Bewerbung schaden wollten“, sagte der Senatschef öffentlich. Und alle gaben ihm Recht.

Nun wüssten die Sportfans gerne, wer das Fax losgeschickt hat, ist ja schon eine Weile her. Doch das Interesse der Politik scheint nicht mehr so groß zu sein wie die Empörung der Politik von einst. Was nicht gut ist, schließlich gibt es ein berechtigtes öffentliches Interesse an diesem Fall. Die Öffentlichkeit wüsste schon gerne, wie es weitergeht.

Alles hängt an einem Zeugen, das sagt die Justiz. Die Politik könnte helfen, das sagt die Staatsanwaltschaft. Wir wollen nicht in Ermittlungen eingreifen, das sagt die Politik. Aber niemand sagt, es gäbe einen offensichtlichen Grund, den Fälscher zu schützen.

Mindestens zwei Fragen bleiben also offen: Wer sagt die Wahrheit, und warum wird der Fall nicht endlich aufgeklärt?

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