Sport : Falscher Alarm

Platz drei beim Deutschland-Cup für deutsches Eishockeyteam

Claus Vetter

Hannover. Der Sonntag hatte für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft mit einem Schreckerlebnis begonnen. In den Morgenstunden schrillten im Hotel von Bundestrainer Hans Zach und seinen Spielern die Feuersirenen. Und das gleich mehrmals. Dann streikten auch noch die Fahrstühle im Gebäude, und die Spieler mussten das Hotel über die Treppe verlassen – manche aus dem 14. Stockwerk. „Es war unerträglich“, erzählte Rick Amman. Der ehemalige Nationalspieler hatte sich im gleichen Hannoveraner Hotel wie das deutsche Team einquartiert. Feuer, ausgebrannt? Nein, die Sirenen hatten umsonst geheult. Falscher Alarm - und den hatten die aktuellen Nationalspieler anscheinend besser verdaut als der genervte Amman. Denn zum Abschluss des Deutschland-Cups verabschiedete sich die Mannschaft von Bundestrainer Hans Zach gegen Kanada mit einer soliden Leistung, auch wenn dies nicht mit einem guten Ergebnis belohnt wurde. Die Deutschen verloren vor 8000 Zuschauern in Hannovers Preussag-Arena 0:2 (0:1, 0:0, 0:1) gegen den souveränen Turniersieger Kanada. Damit belegt Deutschland Platz drei des Turniers.

Es war gestern sicherlich nicht so ein interessantes Spiel wie das vom Sonnabend, als die deutsche Mannschaft bei ihrem 5:2-Erfolg gegen die Schweiz streckenweise brilliert hatte. Viele Spieler wirkten doch recht müde. Schließlich hatte das deutsche Team vier Partien innerhalb von fünf Tagen zu absolvieren.

Zwei Spieler mussten gestern sogar passen: Christian Ehrhoff (Krefeld) wegen einer Grippe, Alexander Serikow (Kassel) plagte sich mit Rückenproblemen. Zach sah dies im Falle Serikows nicht als so tragisch an. „Ich habe dem Alexander gesagt, setz dich hin“, erzählte der Bundestrainer. „Das kannst du jetzt am besten." Im kleinen Kreis gab der Tölzer allerdings zu verstehen, dass er im Falle Serikows verärgert war. Pausieren wegen Schmerzen im Rücken? So etwas gab es beim belastungsfähigen Spieler Zach selbstverständlich nicht.

Dass physische Großtaten in der letzten Partie der Deutschen beim Turnier in Hannover ausblieben, lag aber kaum am Fehlen Serikows. Die Deutschen wirkten unkonzentriert. Auf der anderen Seite stellten sich die Kanadier auch nicht sehr clever an. Ihnen reichten am Sonntag ein Glücksschuss und ein Lichtblick, um das Spiel durch Dupont (21. Minute) und durch Hlushko (51.) zu entscheiden. Hans Zach war bei den beiden, vermeidbar erscheinenden, Gegentoren zwar beim Spiel sichtlich genervt, ließ sich aber danach doch zu einem positiven Fazit hinreißen. „Das war ein gutes Turnier, wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert“, sagte der Bundestrainer.

Und Zach wurde noch zufriedener, als es noch artige Komplimente von seinem Pendant auf Seiten der Kanadier gab. „Im zweiten Drittel haben uns die Deutschen dominiert“, sagte Kanadas Coach Garry Green. Dabei hatte Zach vor dem Turnier sein Team wie immer schlecht geredet. Auch das war falscher Alarm.

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