Sport : Falscher Glaube

Benedikt Voigt über Alberto Contador und sein Radteam Discovery Channel

Benedikt Voigt

Nun hat sich Alberto Contador doch noch zum Thema Doping geäußert. Während der drei Wochen in Frankreich ist dem Sieger der Tour de France nur wenig eingefallen, wenn die Sprache auf leistungssteigernde Mittel im Radsport kam. Gestern aber, nachdem ihn das Hamburger Radrennen Cyclassics zur unerwünschten Person erklärt hat, wollte er doch noch etwas sagen. Er habe nie leistungssteigernde Mittel genommen, schreibt Alberto Contador in einer Erklärung, wer das Gegenteil behaupte, werde von ihm verklagt. Schließlich verstieg er sich sogar zu dem Satz: „Als Sieger der Tour de France 2007 rufe ich dazu auf, an mich und an den Radsport zu glauben.“

Das hatten wir doch alles schon gehabt während der Tour de France, aber offenbar muss man es Alberto Contador noch einmal in Ruhe erklären: Der Titel „Sieger der Tour de France“ beinhaltet nicht über alle Dopingzweifel erhaben zu sein – im Gegenteil. Wer die Tour gewinnt, ist höchst verdächtig – fast alle vergangenen Sieger sind mit Doping in Verbindung gebracht worden. Wer die Tour gewinnt, muss nicht nur behaupten, ungedopt zu sein. Er muss es beweisen. Erst recht, wenn sein Name – wie Alberto Contadors – auf einer beim Dopingarzt Eufemiano Fuentes gefundenen Liste auftaucht.

Falls Alberto Contador das nicht verstehen kann oder will, sollte er vielleicht mit jemandem von seinem Team Discovery Channel reden. Das hat nämlich keinen neuen Hauptsponsor gefunden und löst sich jetzt auf. Und das, obwohl es den Tour-Sieger in seinen eigenen Reihen hat. Oder vielleicht sogar deswegen.

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