Sport : Falsches Spiel in Las Vegas

Warum Boxer Felix Sturm seinen WM-Titel verlor

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Las Vegas 14 000 Zuschauer pfiffen, der Sieger wollte sich nicht so recht freuen, und der Verlierer war sauer. Das Bild, das sich in der Nacht zum Sonntag in der MGM Grand Garden Arena in Las Vegas bot, ist im Boxen nicht neu: Felix Sturm aus Hamburg hatte nun mal die Rolle des Außenseiters gegen den Amerikaner Oscar de la Hoya im Kampf um die WBO-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht. Auch dass Sturm im Kampf überlegen wirkte, nützte ihm da wenig: Die drei Punktrichter werteten den Kampf allesamt 115:113 zugunsten de la Hoyas.

Der entthronte Mittelgewichts-Weltmeister sah nach einer Weltklasseleistung über zwölf Runden wie der Sieger aus. Doch so wie einst Axel Schulz gegen George Foreman hatte Sturm die drei amerikanischen Punktrichter gegen sich. „Dieses Urteil ist noch schlimmer als das damals gegen Axel. Denn Felix hatte noch klarer gewonnen. Deutlicher kann man nicht siegen“, sagte Sturms Promotor Klaus-Peter Kohl. „Wir legen Protest ein und fordern ein Rematch.“ Der bislang in 20 Kämpfen ungeschlagene Sturm hätte in Las Vegas de la Hoya wohl nur durch einen K.o. besiegen können. „Felix ist kein Opfer von de la Hoya gewesen, sondern von dem bereits geplanten Megafight“, sagte der ehemalige Weltmeister Roy Jones. Denn durch de la Hoyas schmeichelhaften Sieg kommt es am 18. September in Las Vegas nun zum langfristig geplanten Vereinigungskampf mit WBC-, WBA- und IBF-Weltmeister Bernard Hopkins.

Sturm wollte sich nach dem Urteil kaum beruhigen. „Ich war schneller und stärker und habe intelligenter geboxt“, sagte der 25-Jährige. Nachdem Trainer Michael Timm ihn tröstend für einige Minuten in die Arme geschlossen hatte, sagte er: „Ich komme zurück, noch in diesem Jahr.“ Ob er die Chance bekommt, noch mal nach Las Vegas zu kommen, erscheint unwahrscheinlich. Dafür war Felix Sturm wohl zu gut Tsp

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