Sport : Fan in der Fremde

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Sind HSV und FC St. Pauli fußballerisch denn so uninteressant, dass Sie in Hamburg einen Fanklub des 1. FC Union gründen mussten?

Ich habe durchaus Sympathien für beide Klubs. Beim HSV habe ich 1995 sogar mal ein Jahr lang Programmhefte verkauft. Damals haben die noch im Europapokal gespielt.

Und wieso jetzt Union, immerhin Zweitligist?

Ich bin in Berlin geboren. Mein Vater hat mich früher immer mitgeschleppt zu den Union-Spielen. 1994 bin ich dann nach Hamburg gegangen, aber immer Unioner geblieben. Seit 1997 bin ich da Vereinsmitglied.

Wie findet man denn in Hamburg überhaupt Gleichgesinnte für einen Fanklub?

Über die Internetseite des Vereins.

Mit welchem Erfolg?

Wir sind inzwischen elf Leute, Frauen haben wir nicht dabei, noch nicht.

Und wie alt sind die Mitglieder?

Der Älteste ist Karl-Heinz Gallasch, 73. Ein Bauunternehmer. Der hat für den früheren Union-Trainer Frank Pagelsdorf in Tostedt das Haus gebaut. Und beim Richtfest hat er dessen alten Union-Trainingsanzug geschenkt gekriegt. Den hat Karl-Heinz jetzt mir versprochen.

Wie viele Spiele von Union schauen Sie sich denn in einer Saison an?

Von den 34 die Hälfte. Meine weiteste Reise war letzten Winter nach Zypern ins Trainingslager. Hab ich mir mal geleistet.

Gibt es Kontakt zu Profis oder Trainer?

Da passiert wenig, aber das ist auch in unserem Interesse. Welcher Spieler hat schon die Zeit, extra nach Hamburg zu kommen? Das ist zu viel Aufwand. Unter uns sind wir einmal im Monat zusammen, jeweils an einem Mittwoch, das reicht.

Wie teuer ist die Mitgliedschaft?

Wir haben das mal versucht mit einem Mitgliedsbeitrag und extra ein Sparbuch eingerichtet. Aber die Leute zahlen schlecht.

Das Gespräch führte Karsten Doneck.

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