Fan-Vertreter Christian Bieberstein : „Beide Seiten müssen sich bewegen“

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Christian Bieberstein
Christian Bieberstein

Herr Bieberstein, wie bewerten Sie als Vertreter der Fanvereinigung „Unsere Kurve“ die Ergebnisse des Runden Tisches?

Ich finde es sehr begrüßenswert, dass die Teilnehmer nicht der harten Linie gefolgt sind, die sich zuvor abgezeichnet hatte: Die Keule ist ausgeblieben.

Jetzt muss man der Task Force die Möglichkeit und die Zeit zum Arbeiten geben. Den Worten müssen jetzt aber auch Taten folgen.

Ein Sprecher von „Unsere Kurve“ soll in der neuen Task Force sitzen. Was halten Sie davon?
Wenn die Task Force dazu führt, dass nicht nur über Fans, sondern auch mit ihnen gesprochen wird, ist das positiv. Das fordern wir schon lange. Wichtig wird allerdings sein, dass die Ergebnisse des Dialogs dann auch bei den Entscheidungen berücksichtigt werden.

Stehen die Fans nun selbst stärker in der Pflicht, auf Klubs und Sicherheitskräfte zuzugehen?
Natürlich, beide Seiten müssen sich bewegen. Die Selbstregulierung in den Szenen muss voranschreiten. Wir sind erst am Anfang eines sehr langen aber sehr vernünftigen Weges. Im Gegensatz zu Fans anderer Länder sind die deutschen Szenen auch bereit, Fehler zuzugeben.

Am Runden Tisch wurde auch ein „Ehrenkodex“ angeregt, den sich die Fans selbst geben sollen. Wie realistisch ist das?
Das muss jede Fanszene für sich klären. Bei uns beim Hamburger SV gibt es so einen Kodex beispielsweise schon für Auswärtsfahrten. Es kann sehr fruchtbar sein, wenn man so etwas nicht verordnet, sondern den Fans sagt: „Macht das mal selber.“

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