Sport : Fans im Powerplay

Die Eisbären verstehen den Ärger ihrer Anhänger

Mathias Klappenbach

Berlin. Die Fans der Eisbären hatten einen Plan. Zuerst verließen rund 1000 Fans am Freitagabend beim 4:2-Sieg gegen die Hamburg Freezers im zweiten Drittel für zehn Minuten die Halle, um gegen die Topzuschläge auf die Eintrittskarten zu protestieren. Nach ihrer Rückkehr wollten die Fans dann eigentlich das letzte Drittel ohne Pause durchsingen, um eindrucksvoll zu demonstrieren, dass sie hinter ihrer Mannschaft stehen.

Der zweite Teil des Plans musste aber ein wenig abgeändert werden. Denn der Spielverlauf mit der fünfminütigen Strafe für Jens Baxmann wegen eines Stockfouls, dem folgenden Ausgleich für Hamburg zum 2:2 und dem dann noch in Unterzahl erzielten 3:2 für die Berliner durch den zweiten Treffer von David Roberts war zu wechselhaft, um einfach durchzusingen.

Es gab einfach zu viel Grund zum Jubeln für die in die Halle zurückgekehrten Fans, denen die in dieser Saison zum vierten Mal erhibenen fünf Euro Zuschlag für aus ihrer Sicht willkürlich ausgesuchte Spiele einfach zu teuer sind. Billy Flynn, der Marketing-Chef der Eisbären, konnte den Protest nur teilweise nachvollziehen. „Wir haben die kleinste Halle in der Liga, geringe Zuschauereinnahmen und die billigsten Dauerkarten. Und auf die Dauerkarten wird auch kein Zuschlag erhoben“, sagte Flynn. Dass der Zuschlag auch für Gegner wie die schwächelnden Krefeld Pinguine oder die Augsburger Panther am zweiten Weihnachtsfeiertag erhoben wird, begründet Flynn so: „Krefeld ist Meister, die Spiele mit Zuschlag wurden am Anfang der Saison festgelegt. Und an Weihnachten platzt hier sowieso alles aus den Nähten.“ Flynn bot den Fans aber Gespräche über die Situation an. „Ich bin offen für jeden Vorschlag und für Gespräche“, sagte der Marketingchef des Tabellenführers der Deutschen Eishockey-Liga.

Nachdem die Fans, die die Mannschaft zuvor über ihre Aktion informiert hatten, die Halle verlassen hatten, wurde es sofort still. „Natürlich merkt man das als Spieler“, sagte Stürmer Sven Felski. „Aber ich kann die Fans auch verstehen.“

Der Plan der Fans ist also aufgegangen, genauso wie der von Trainer Pierre Pagé. Pagé hatte nur drei komplette Reihen aufs Eis geschickt, neben den wegen der am Sonntag in Berlin beginnenden U-20-WM fehlenden Draxinger, Busch, Rankel und Hördler musste Pagé auf vier weitere Spieler verzichten. „Wir hatten für dieses Spiel auch einen Plan B, C und D. Und das hat schließlich funktioniert“, sagte Pagé. Und auch für das heutige Spiel bei den Nürnberg IceTigers (18.30 Uhr) ist der Coach zuversichtlich, obwohl die bisherigen beiden Partien in dieser Saison gegen die Nürnberger klar verloren gingen. Am Freitag unterlag der Geheimfavorit, der in einer kleinen Krise steckt, mit 3:6 bei den Frankfurt Lions. Und Pierre Pagé sagt, dass er sich diesmal einen neuen Plan ausgedacht hat.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben