Sport : Fans von Energie Cottbus randalieren bei Viertliga-Spiel

Matthias Koch

Berlin - Dieses Wochenende wird Auerbach nicht so schnell vergessen. Beim Meisterschaftsspiel in der NOFV-Oberliga Süd zwischen dem VfB Auerbach und der zweiten Mannschaft des FC Energie Cottbus ist es am Wochenende zu schweren Ausschreitungen gekommen. Es passierte, als die Partie schon rund eine halbe Stunde lief. „Es war ein Überfall“, erzählte der Auerbacher Manager Volkhardt Kramer. „Unsere Ordner wurden einfach weggestoßen, ein Kassierer weggedrückt. Eine Horde von 40 bis 50 vermummten Personen stürzte in unser Stadion. Sie hatten ihre Gesichter mit Kapuzen und Tüchern verdeckt.“

Die vermeintlichen Fußballfans, die den Eintritt prellten, sorgten im mit lediglich 600 Zuschauern besetzten VfB-Stadion weiterhin für Unruhe. Noch vor dem Ende des ersten Durchgangs brannten sie Feuerwerkskörper ab. In der Halbzeitpause kletterten einige der Chaoten über den Zaun in den Innenraum. Dort warfen sie Werbebanden um und rissen Auerbacher Fanplakate herunter. Zudem wurden die Ordner des Vereins aus dem Vogtland provoziert.

Die Polizei konnte dem Treiben zunächst nur machtlos zusehen, weil der Mob bei dieser Viertligapartie vorerst zahlenmäßig klar überlegen war. „Wir waren nur mit sechs Mann vor Ort“, wurde ein Beamter im Fernsehen des Mitteldeutschen Rundfunks zitiert. Sowohl die Polizei als auch die Sicherheitskräfte des gastgebenden Vereins hatten offensichtlich nicht damit gerechnet, dass es zu solchen Ausschreitungen kommen könnte.

Schiedsrichter Michael Wilske aus Bretleben musste zwangsläufig die Halbzeitpause verlängern, bis die aus der Umgebung eilig angeforderten Polizeikräfte in Auerbach eintrafen. Gegen Ende der Partie, die 1:1 endete, waren rund 90 Polizeibeamte im Stadion. Die Cottbuser Fans konnten so in Schach gehalten werden. Von 43 Personen aus dem Kreis der vermeintlichen Randalierer wurden die Personalien festgestellt. Nach Polizei-Informationen sollen 42 aus dem Cottbuser Raum stammen, einer aus Leipzig. Sie erhielten wegen Körperverletzung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole Anzeigen. „Das finde ich unmöglich, das sind doch keine Fans. So etwas gehört nicht auf den Fußballplatz“, beklagte sich Energie-Trainer Thomas Köhler, dessen Mannschaft gute Chancen hat, in die Regionalliga aufzusteigen. „Ich habe ihnen gesagt, dass wir das Spiel ordentlich über die Bühne bekommen wollen. Diese Leute sollen keinen Scheiß machen.“

Der Cottbuser Vereinssprecher Ronny Gersch erklärte, dass sich der Klub am Montag mit den Vorfällen in Auerbach beschäftigen werde. „Nach unseren Informationen gehörten die Randalierer nicht zu den Fans, die regelmäßig die zweite Mannschaft unterstützen.“ Es ist gut möglich, dass die meisten Hooligans, die in Auerbach randalierten, in der Bundesliga mit Stadionverboten belegt sind. Gersch kündigte an: „Wir überlegen, ob wir derartige Hausverbote auch auf Heimspiele unserer zweiten Mannschaft ausweiten können.“

Angst vor Randale in Berlin: Seite 9

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