Sport : Fassungslos in der letzten Kurve

Eisschnellläuferin Wolf siegt, Beckert jammert

Berlin - Jenny Wolf bleibt die große Hoffnung der deutschen Eisschnellläufer für die WM in Inzell, Stephanie Beckert dagegen erlebte ein schwarzes Wochenende: Beim Weltcup in Moskau lagen Freud und Leid im deutschen Team eng beieinander. Während die Top-Sprinterin aus Berlin mit ihren Weltcupsiegen 56 und 57 den dritten Doppelerfolg der Saison feierte, haderte die Team-Olympiasiegerin aus Erfurt mit ihrem Missgeschick: Ein Bügelbruch am Schlittschuh hatte ihr das Comeback nach zweimonatiger Zwangspause verdorben. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich bin so wütend, dass es ausgerechnet hier passiert, wo ich im Weltcup auf Platz eins liege“, sagte die 22-Jährige mit Tränen in den Augen. Nach ihrem Sturz 200 Meter vor Ende des 3000-Meter-Rennens saß sie fassungslos in der Kurve und hackte mit dem defekten Schuh immer wieder wutschnaubend auf das Eis.

Am Sonntag führte Beckert mit Ersatzschuhen das deutsche Trio im Team-Wettbewerb aber auf den dritten Platz. Im Einzel-Klassement führt sie zwar immer noch, doch beträgt der Vorsprung auf Martina Sablikova aus Tschechien vor den letzten zwei Rennen nur 15 Punkte.

Weltmeisterin Wolf darf sich nach überstandenen Rückenproblemen hingegen gelassen auf ihre Titelverteidigung in Inzell vorbereiten. Mit 37,90 und 38,01 Sekunden lief sie endlich wieder Top-Zeiten und hat nun die große Chance, in der Weltcup-Hierarchie noch in dieser Saison zu Anni Friesinger aufzuschließen. Die Inzellerin liegt mit 59 Weltcup-Erfolgen derzeit auf Rang drei der Frauen-Rangliste hinter Gunda Niemann-Stirnemann (98) und Bonnie Blair (USA/69). Der Gesamt-Weltcup ist der Berlinerin nach ihrem siebten Saisonsieg vor dem Finale in Heerenveen kaum noch zu nehmen.

Nico Ihle nähert sich im Herren-Sprint immer mehr dem Podest. Nach der besten Weltcup-Platzierung mit Platz vier über 500 Meter (35,18 Sekunden) wurde er über 1000 Meter Sechster. „Ein gutes Wochenende. Nun gilt die volle Konzentration der WM“, sagte der Sachse. dpa

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