Sport : Fast schon zu aufregend

Leverkusen besiegt Fortuna Düsseldorf 3:2 und zürnt.

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Rein und raus. Sidney Sam erzielte das 1:0, wurde aber vorzeitig ausgewechselt. Foto: dpa
Rein und raus. Sidney Sam erzielte das 1:0, wurde aber vorzeitig ausgewechselt. Foto: dpaFoto: dpa

Leverkusen – Simon Rolfes setzte ein ganz und gar harmloses Gesicht auf. An ein Foulspiel konnte er sich nun wirklich nicht erinnern. Und dafür die Rote Karte, seine erste überhaupt, von Schiedsrichter Felix Brych gezeigt zu bekommen? Rolfes hatte, wie sämtliche Spieler und Verantwortliche von Bayer 04 Leverkusen, kein Verständnis dafür. Die Verärgerung über die Szene des Spiels, als der gerade eingewechselte Rolfes Adam Bodzek nach 66 Minuten hart attackierte, überlagerte fast die Freude über das hart erkämpfte 3:2 (2:1) gegen Fortuna Düsseldorf. „Wir haben uns darüber unheimlich aufgeregt“, sagte Trainer Sascha Lewandowski. „Vielleicht ein wenig zu sehr.“

Tatsächlich hat sich Leverkusen mit diesem Erfolg fast unbemerkt von der Öffentlichkeit auf den vierten Tabellenplatz vorgeschoben. Und verstärkt sich weiter: Am Rande des Spiels bestätigte der Klub, dass der vereinslose polnische EM-Teilnehmer Sebastian Boenisch verpflichtet wird – eine Reaktion auf die langfristigen Ausfälle der Linksverteidiger Michal Kadlec und Daniel Schwaab.

Es sah zu Beginn der Begegnung so aus, als würde es ein wenig aufregender Nachmittag für Leverkusen werden. Sidney Sam erzielte die frühe Führung nach 16 Minuten und Fortunas Torhüter Fabian Giefer verhinderte mit einigen sehenswerten Paraden einen höheren Rückstand. Dass die bis dahin eher destruktiven und im Aufbauspiel besonders fehlerhaften Düsseldorfer überhaupt den Ausgleich erzielen konnten, hatten sie einem Billardtor zu verdanken. Nando Rafael köpfte nach einem Eckstoß die Kugel Bayers Verteidiger Ömer Toprak an den Kopf, von wo aus der Ball ins Tor fiel. Allerdings erhöhte Leverkusen im direkten Gegenzug, 71 Sekunden später, durch André Schürrle auf 2:1. Alles schien für die Gastgeber zu laufen.

Doch im Laufe der zweiten Hälfte sollte sich die Fortuna mehr Spielanteile verschaffen, weil sie deutlich mutiger agierte und sie die Leverkusener damit überraschte. Und als Simon Rolfes auch noch vom Feld gestellt wurde, hatten die Düsseldorfer die große Chance, die Partie zu drehen. Doch anstatt die Ruhe zu bewahren, führte Andreas Lambertz den fälligen Freistoß zu hektisch aus. Daniel Carvajal fing den Ball ab, sprintete damit über das ganze Feld, passte quer zu Gonzalo Castro, der zum 3:1 einschob. „Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht“, sagte Fortuna-Trainer Norbert Meier. „Aber der Einsatz und die Moral meiner Mannschaft stimmt.“ Und als Adam Bodzek vier Minuten vor dem Ende wie zum Beweis per Distanzschuss auf 3:2 verkürzte, war zumindest noch ein Punkt in Sichtweite. Am Ende überstanden die Leverkusener mit viel Glück eine äußerst dramatische Abwehrschlacht und gingen als Sieger vom Platz. Jörg Strohschein

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