Sport : Fata Morgana in Dortmund

Sportmanager Zorc verspottet Barcelonas Interesse an Dede

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Dortmund (dpa/Tsp). Borussia Dortmund kommt nicht zur Ruhe. Als gebe es beim FußballBundesligisten derzeit nicht schon genug Probleme, da sorgte Leonardo Dede mit einem angeblich bevorstehenden Wechsel zum FC Barcelona für zusätzliche Aufregung.

„Das Ganze ist eine Fata Morgana. Wir haben kein Angebot, und es gibt keine Gespräche“, sagte Borussias Sportmanager Michael Zorc und dementierte die Meldungen über eine angeblich für Mittwoch anberaumte Verhandlungsrunde beider Vereine. Sichtlich verärgert erklärte Zorc das Thema für beendet: „Wir werden den Spieler nicht abgeben. Das habe ich ihm gerade mitgeteilt.“ Gleichwohl war die Verwirrung rund um das Westfalenstadion groß.

Denn die vom brasilianischen Außenspieler ins Gespräch gebrachte telefonische Millionen-Offerte der Katalanen scheint sich mehr und mehr als PR-Aktion des Fußballprofis in eigener Sache zu entpuppen. „Barca hat 35 selbst ernannte Vizepräsidenten. Wahrscheinlich hat einer von denen mit Dede gesprochen“, sagte Zorc. Von einem Angebot in Höhe von fünf Millionen Euro für den bis 2005 vertraglich an den BVB gebundenen Dede könne deshalb nicht die Rede sein.

Der Brasilianer hatte wiederholt von einem überaus lukrativen Angebot des 16-maligen Spanischen Meisters gesprochen. „Ich weiß von einem Interesse des FC Barcelona, jetzt müssen beide Vereine miteinander sprechen“, sagte Dede in einem am Mittwoch auf der Internetseite der Borussia veröffentlichten Interview. Das Werben aus Spanien habe bei ihm zwiespältige Gefühle ausgelöst: „Geld ist nicht alles. Ich muss jetzt auch an meinen Verein denken. Borussia hat viele Probleme. Deshalb gibt es gute Chancen, dass ich hier bleibe und weiterhin zufrieden bin.“ Für Trainer Matthias Sammer kommen solche Spekulationen zum denkbar falschen Zeitpunkt. Nach den Schlagzeilen über die Kreuzband-Verletzungen der drei Profis Torsten Frings, Evanilson und Guy Demel, den Blitztransfer von Jens Lehmann zu Arsenal London sowie den mit einer sechswöchigen Sperre geahndeten Aussetzer von Nationalspieler Sebastian Kehl hat der Coach die Vereinsführung um zusätzliche Verstärkung gebeten. Gespräche mit dem Wunschkandidaten Markus Babbel vom FC Liverpool führten zu einem negativen Ergebnis. „Es bestand auf seiner Seite kein Interesse“, sagte Sammer der „Westfälischen Rundschau“.

Zu allem Überfluss droht nun auch noch der Ausfall von Mittelfeld-Regisseur Tomas Rosicky. Der 20-Jährige klagt seit dem Revierderby am vergangenen Samstag beim FC Schalke 04 (2:2) über Adduktoren-Probleme und musste am Mittwoch auf das Mannschaftstraining verzichten. Der Einsatz des 29-maligen tschechischen Nationalspielers zur Heimpremiere in der neuen Bundesligasaison am kommenden Samstag gegen den VfL Wolfsburg gilt als unwahrscheinlich. Missmutig verweigerte Rosicky gestern Auskünfte über seinen Gesundheitszustand: „Auf solche Fragen gebe ich heute keine Antwort.“

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