Sport : Favorit beim Favoriten

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Am kommenden Mittwoch wird Jaromir Jagr 34 Jahre alt, und er wird an diesem Tag tun, was kaum jemand auf der Welt so gut kann wie er: Eishockey spielen. Seine tschechische Mannschaft geht als großer Favorit in das olympische Auftaktspiel gegen Deutschland. Jagr hat keine guten Erinnerungen an die Deutschen. Vor einem Jahr bei der WM in Wien hat ihm der Nürnberger Stefan Schauer mit einem Stockschlag den kleinen Finger gebrochen, und um ein Haar wäre Jagr nicht dabei gewesen beim tschechischen WM-Sieg, dem ersten in seiner großen Karriere.

Jagr spielt seit 1990 in der nordamerikanischen Profiliga NHL, in seinen ersten beiden Jahren gewann er mit den Pittsburgh Penguins jeweils den Stanley Cup. 1998 war Jagr der große Star, als Tschechien in Nagano olympisches Gold gewann. Wer ihn spielen sieht, kann sich schwerlich der Faszination entziehen. Jagr ist 1,88 Meter groß und wiegt gut 100 Kilo, Attacken prallen von ihm ab wie nichts, wenn er im Angriffsdrittel die Scheibe führt, den Kopf stets oben, das Handgelenk immer bereit zum finalen Pass oder Torschuss. Der Eishockeystürmer Jaromir Jagr ist ein Naturereignis.

Allzu beliebt ist er im Kollegenkreis nicht. Wenn sich die anderen abmühen beim Forechecking, dreht Jagr in aller Ruhe seine Kreise und greift erst wieder ein, wenn es nach vorne geht. In Pittsburgh hat er mal einen jungen Mitspieler zusammengestaucht: „Hör mir zu: Ich bin einer der drei besten Eishockeyspieler der Welt, wenn ich den Puck haben will, hast du ihn mir zu geben!“ Als die NHL-Saison 2004/05 wegen einer Tarifauseinandersetzung ausfiel, ging Jagr heim nach Böhmen und hat für eine symbolische Krone für seinen Heimatklub Poldi Kladno gespielt, allerdings nur ein paar Wochen, bis ihn der Öl-Milliardär Roman Abramowitsch ins sibirische Omsk lockte. Seit dem Herbst 2005 spielt er wieder für die New York Rangers in der NHL. gol

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