• Favorit Iwantschuk scheitert wegen eines unbegreiflichen Fehlers gegen "Nobody" Nisipeanu

Sport : Favorit Iwantschuk scheitert wegen eines unbegreiflichen Fehlers gegen "Nobody" Nisipeanu

Martin Breutigam

Im Achtelfinale der Schach-WM in Las Vegas blieb ein weiterer Favorit auf der Strecke: Der geniale, aber oft nervenschwache Ukrainer Wassili Iwantschuk (30) verlor durch einen unbegreiflichen Fehler seine zweite Tiebreak-Partie gegen den rumänischen "Nobody" Liviu Dieter Nisipeanu (23) vom Bundesligisten USC Magdeburg und schied aus. Hingegen konnte sich die weltbeste Frau, Judit Polgar (Ungarn), gegen Großmeister Vadim Swjaginzew aus Rußland in den mit verkürzter Bedenkzeit gespielten Tie-Breaks mit 2:0 Punkten durchsetzen. In glänzender Spiellaune präsentiert sich der für Spanien startende Lette Alexej Schirow (27). Sein Sieg beim 1,5:0,5-Erfolg über den ehemaligen Vize-Weltmeister Nigel Short (England) war für Experten die bislang spektakulärste Partie in Las Vegas (siehe Notation). Auch bei den offiziellen Buchmachern wird Schirow, der in der kommenden Saison am Spitzenbrett des Bundesliga-Aufsteigers Lübecker SV spielen wird, nun als Topfavorit gehandelt; vor dem russischen Weltranglisten-Dritten Wladimir Kramnik (24), der nach zwei Remispartien im Tie-Break etwas Glück benötigte, um Veselin Topalow (Bulgarien) mit 2:0 auszuschalten. Während der Kamsky-Bezwinger Alexander Chalifman (Rußland) mit Boris Gelfand (Israel) gegen einen weiteren Top-ten-Mann überraschend die Oberhand behielt, besiegte Sergej Movsesjan vom SK Neukölln den bulgarischen Großmeister Fedorov erst nach sechs Partien mit 3,5:2,5. Die in der Nacht zum Freitag begonnenen Viertelfinalbegegnungen lauten: Kramnik (Rußland) - Adams (England); Sergej Mowsesjan (Tschechien) - Akopjan (Armenien); Judit Polgar (Ungarn) - Chalifman (Rußland), Nisipeanu (Rumänien) - Schirow (Spanien).

A. Schirow - N. Short (Las Vegas, 1999) 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Sf6 4.Lg5 dxe4 5.Sxe4 Le7 6.Lxf6 gxf6 7.Sf3 Sd7 8.Lc4 c5 9.0-0 0-0 10.Te1 Sb6 11.Lf1 cxd4 12.Sxd4 Kh8 13.c3 e5 14.Dh5! (Nun scheitert 14...exd4?? an 15.Sxf6! Lxf6 16.Ld3.) 14...Sd5 15.Tad1!? (Ein mutiges Opfer, zumal 15.Se2 ein gute Alternative war.) 15...exd4 16.Txd4 f5 (nicht 16...Le6? 17.Lc4 f5 18.Lxd5 Lxd5 19.Dxf5) 17.Sg3 Lc5 18.Td2 Db6 19.De2 (Obwohl Schirow nur einen Bauern für die geopferte Figur besitzt, gelingt es ihm - trotz dieses Rückzugs - seine Initiative am Leben zu halten. Es funktionierte jedoch nicht 19.b4?, wegen 19...Lxf2+! 20.Txf2 Sf6!; und nun z.B. 21.Dh6 Dxf2+! 22.Kxf2 Sg4+ bzw. 22.Kh1 Sg8.) 19...Sf6 20.De5 Kg8 (nicht 20...Te8?? 21.Dxf6+ Dxf6 22.Txe8+ Kg7 23.Sh5+) 21.h3! (Vermeidet zwar die Abwicklung 21...Lxf2+ 22.Txf2 Dxf2+, lässt aber die nicht minder stark wirkende Drohung ...Te8 zu.) 21...Te8 22.Dxe8+! Sxe8 23.Txe8+ Kg7 24.b4 Dc6? (Wie der Partieverlauf zeigt, wird Short die Probleme nicht mehr in den Griff bekommen. Nach 24...Ld6! 25.Txd6! Dxd6 26.Txc8 Dxg3! 27.Txa8 Dxc3 28.Txa7 Dxb4 hätte Weiß nicht mehr als ein Remis erhoffen können.) 25.Tdd8 Lb6 26.Tg8+ Kf6 27.Sh5+! Ke5 28.Td3! Dh6 29.Le2! Dc1+ 30.Td1 Dxc3 31.Lf3 Le6 32.Txa8 Dxb4 33.Te8 (droht wieder 34.Td5 matt) 33...Ld4 34.Td8 Lb6 35.a3! Da5 (nicht 35...Dxa3? 36.Te1+) 36.T8d2! f4 37.Lg4! Lc4 38.Te1+ Le3 39.Tdd1 Lb3 40.Tb1 Lc2 41.Tb4 f5 42.Lf3 Le4 (oder 42...Dxa3 43.Txf4 nebst 44.Txe3) 43.fxe3 Lxf3 44.gxf3 Dxa3 45.Sxf4! b6 (oder 45...Dxb4 46.Sd3+) 46.Td4 1:0

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