Sport : Favorit ohne Schreck

Borussia Dortmund erreicht nach einem 4:0-Sieg über Holstein Kiel das Halbfinale des DFB-Pokals.

Primaballerina. Dortmunds Lucas Barrios (M.) erzielt den dritten Treffer seiner Mannschaft. Foto: dapd
Primaballerina. Dortmunds Lucas Barrios (M.) erzielt den dritten Treffer seiner Mannschaft. Foto: dapdFoto: dapd

Kiel - Vor dem Spiel ließen sie es in Kiel knallen. Ein kleines Feuerwerk blinkte am Himmel über dem Holstein-Stadion auf. Vielleicht, weil Regionalligist Holstein Kiel schon ahnte, dass es nichts werden würde mit dem Halbfinale im DFB-Pokal, schließlich ging es im Viertelfinale am Dienstagabend gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund. Und nach den 90 Minuten hatten die Norddeutschen dann tatsächlich nicht mehr viel zu feiern. Sie unterlagen den Dortmundern 0:4 (0:2). Dabei hatte der Großteil der 11 522 Zuschauer alles gegeben, um dem Außenseiter zu helfen.

Bunt angemalt und mit reichlich Fanutensilien ausgestattet unterstützten die Holsteiner Fans ihre Mannschaft. Allein es half nicht viel. Denn von Beginn an zeigten die Gäste aus Dortmund, warum sie im Moment die Tabelle der Bundesliga anführen. Die Treffer für die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp erzielten Robert Lewandowski, Shinji Kagawa, Lucas Barrios und kurz vor Schluss noch Ivan Perisic.

Der Favoritenschreck aus Kiel, der zuvor gegen Energie Cottbus, MSV Duisburg und den FSV Mainz erfolgreich waren und dabei nicht ein Gegentor hinnehmen mussten, konnte den abgeklärten Dortmundern nicht wirklich Angst einjagen. Dabei hatte Klopp wenige Minuten vor dem Spiel noch leichte Bedenken wegen des gefrorenen Rasens. „Teilweise irreguläre Bedingungen“ seien dies und die Verletzungsgefahr sei „deutlich erhöht“, sagte auch auch Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc. Klopp nahm im Vergleich zur Bundesligapartie am vergangenen Wochenende beim 1. FC Nürnberg drei Veränderungen vor. Für die Stammkräfte Roman Weidenfeller, Sven Bender sowie Kevin Großkreutz rückten Ersatzkeeper Mitchell Langerak, Moritz Leitner und Ivan Perisic ins Team. Holsteins Trainer Thorsten Gutzeit musste in Tim Siedschlag auf eine Stammkraft verzichten.

Trotz der schwierigen Bedingungen ließen die Gäste die Fans im Holstein-Stadion recht schnell verstummen. Bereits nach elf Minuten war Torjäger Lewandowski nach einem missglückten Seitfallzieher des neu ins Team gerutschten Perisic zur Stelle. Sieben Minuten später war es der Japaner Shinji Kagawa, der eine schöne Kombination über Sebastian Kehl und Lukasz Piszczek erfolgreich abschloss. Kagawa war es auch, der in der 22. Minute das 3:0 hätte erzielen können. Doch sein Heber strich wenige Zentimeter am Tor vorbei.

In der Folgezeit spielten die Kieler munter mit, aber richtig zwingend waren sie selten. „Die Mannschaft hat mit einem normalen Viertligisten nichts zu tun, die haben ein anderes Niveau“, hatte Klopp vor dem Spiel noch gewarnt. Das Team von Klopp hatte sich die Worte seines Trainers allem Anschein nach zu Herzen genommen. Die Dortmunder blieben auch im zweiten Durchgang konzentriert. Perisic hatte nach Zuspiel von Kehl in der 54. Minute die Möglichkeit, auf 3:0 zu erhöhen, doch Christian Jürgensen klärte dessen Versuch per Kopf zur Ecke. Anschließend plätscherte die Begegnung zunehmend vor sich hin – auch weil die Dortmunder ihren Vorsprung souverän verwalteten.

In der Endphase brachte Klopp in Kevin Großkreutz und Lucas Barrios frische Kräfte. In der 74. verpasste der quirlige Kagawa nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum seinen zweiten Treffer. In der 80. Minute machte es der eingewechselte Barrios besser. Eine Flanke von Perisic verwertete er aus wenigen Metern. Den 4:0-Endstand besorgte dann Perisic nach einem Freistoß. Tsp/ dapd

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