Sport : Fax-Affäre beim Istaf: Franke akzeptiert Strafbefehl

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Berlin - Der ehemalige Istaf-Marketingdirektor Stéphane Franke hat jetzt doch den Strafbefehl wegen Urkundenfälschung gegen ihn akzeptiert. „Damit ist der Strafbefehl rechtskräftig und der Fall abgeschlossen“, sagte der Sprecher des Berliner Amtsgerichts Arnd Bödeker dem Tagesspiegel. Franke muss demnach eine Geldstrafe von zwei Monatsgehältern zahlen. Für die Justiz gilt der ehemalige Weltklasse-Langstreckenläufer und heutige Buchautor damit als vorbestraft. Da die Höhe der Strafe unter 90 Tagessätzen angesetzt wurde, wird das Vergehen nicht ins Polizeiregister eingetragen.

Franke war nach einer Anzeige des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) wegen Urkundenfälschung in Verdacht geraten. Hintergrund war ein Fax, das die Delegierten des Internationalen Leichtathletik-Verbandes IAAF auf ihrer Jahresversammlung 2002 in Kenias Hauptstadt Nairobi erreichte. Drei Tage vor der Wahl zum Ausrichter der Leichtathletik-WM war der Favorit Berlin darin angeschwärzt worden, die deutsche Hauptstadt verlor gegen Helsinki. Unter dem Fax mit Sendebericht der Istaf-Geschäftsstelle war der Name Jürgen Demmel genannt worden, Geschäftsführer der Istaf GmbH. Dieser bezeichnete das Fax als gefälscht, der DLV erstellte Strafanzeige gegen Unbekannt. Franke geriet nach einer belastenden Aussage des Ex-Istaf-Organisationschefs Klaus-Peter Nowack unter Verdacht. Das Fax war demnach von Frankes Computer aus erstellt worden, zudem habe Franke ihm gestanden, Urheber des Schreibens zu sein.

DLV-Generalsekretär Frank Hensel reagierte zurückhaltend auf den Strafbefehl. „Noch ist der Vorgang für uns nicht abgeschlossen“, sagte er dem Tagesspiegel und kündigte eine juristische Prüfung des Sachverhalts an. Hensel schloss weitere, gegebenenfalls auch zivilrechtliche Schritte gegen Franke nicht aus.

Für seinen Kommentatorenjob beim Sportsender Eurosport hat der Strafbefehl keine Konsequenzen. „Unser Vertrauensverhältnis zu Stéphane Franke ist nicht beeinträchtigt“, sagte Eurosport-Sprecher Werner Starz. „Stéphane hatte uns bereits im Vorfeld die Beweggründe genannt, warum er den Gerichtsspruch akzeptiert.“ Franke werde wie geplant über die Leichtathletik-EM im schwedischen Göteborg (8. bis 13. August) berichten. Franke selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. SB

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