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FC Augsburg - Bayern München 1:0 : Guardiola verzockt sich

Mutige Augsburger zerstören das Münchner Ziel von einer Rekord-Saison ohne Niederlage. Bayern-Starcoach Guardiola lässt Kritik an seiner B-Elf nicht gelten - und bangt um den verletzten Shaqiri.

Experiment missglückt: Bayern-Coach Pep Guardiola.
Experiment missglückt: Bayern-Coach Pep Guardiola.Foto: AFP

Die Augsburger Meister-Bezwinger ließen sich feiern, in den Katakomben musste sich Bayern-Starcoach Pep Guardiola nach der 0:1 (0:1)-Niederlage gegen Kritik an seiner Radikal-Rotation zur Wehr setzen. "Es wäre ein großer Fehler zu denken, wir hätten wegen der jungen Spieler verloren", betonte der Spanier. "So ist es im Fußball: Manchmal gewinnt und manchmal verliert man." Ausgerechnet im Bayern-Derby haben die Münchner am Samstag die erste Niederlage nach zuvor 53 ungeschlagenen Partien kassiert. "Wir haben im Pokalspiel gesehen, was für eine gute Mannschaft Augsburg ist. Wir haben gekämpft und es probiert. Wir akzeptieren die Niederlage", sagte Guardiola nach dem abrupten Ende der Rekordserie.

Neuer mit Fokus auf Manchester

Die Youngster Mitchell Weiser und Ylli Sallahi hatten ihr Startelf-Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse gegeben. Franck Ribery, Philipp Lahm und Arjen Robben standen dagegen nicht einmal im Kader, etliche Stars saßen ganz oder teilweise auf der Bank. "Wir haben das Spiel schon ernst genommen", versicherte Nationalkeeper Manuel Neuer. "Am Mittwoch geht's gegen Manchester, alles andere ist egal", sagte er vor dem Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League.

Sascha Mölders hatte ihn in der 31. Minute bezwungen, die 30 660 Zuschauer in Euphorie versetzt und seinem Coach einen der größten Siege seiner noch jungen Trainerkarriere beschert. "Das ist natürlich wunderbar. Solche Geschichten schreibt der Fußball", sagte Markus Weinzierl über seinen Siegtorschützen. "Sascha war lange verletzt, spielt dann, haut sich rein und macht das Tor." Die Schwaben hatten immerhin auch den Ausfall von gleich sechs Spielern zu verkraften: In André Hahn (Gelbsperre) und Tobias Werner (Augenhöhlenbruch) fehlte dabei auch die gefährliche Flügelzange.

Trotzdem spielte der FCA aggressiv, attackierte früh und profitierte von den fehlenden Mechanismen in der B-Elf des deutschen Meisters. Der erste Warnschuss gelang Matthias Ostrzolek (2.). Der bei den Bayern überragende Neuer parierte jedoch nicht nur diesen Schuss gekonnt zur Ecke. Der zur Pause mit muskulären Problemen ausgewechselte Xherdan Shaqiri (10.) sorgte beim Triplesieger für den ersten Torschuss: Aus knapp zwanzig Metern schoss er vorbei.

Matchwinner Sascha Mölders

Dem FCA gaben die Unsicherheiten in der nicht harmonierenden Mannschaft der Gäste immer mehr Selbstvertrauen: Das deutliche Chancenplus baute der starke Alexander Esswein weiter aus. Er gewann das Laufduell gegen Ylli Sallahi, die Flanke erreichte Halil Altintop (26.), der aber ebenfalls an Neuer scheiterte.

Kurz darauf wurden die Augsburger für ihre mutige und giftige Spielweise belohnt: Mölders, der nach einem Ballverlust von Startelf-Debütant Weiser völlig frei zum Schuss kam, drosch den Ball nach der Vorarbeit von Daniel Baier zur verdienten Führung ins Tor. Für die Bayern war der Rückstand sogar schmeichelhaft. Nach der Pause erhöhte der meister den Druck. Mario Mandzukic (47.) schoss den Ball knapp am Tor vorbei. Zwei Minuten darauf platzierte Javier Martínez einen Kopfball knapp über den Querbalken. Doch auch Augsburg kam noch zu Chancen: Die dickste hatte Esswein (52.), scheiterte aber am fast unbezwingbaren Neuer.

Auch die eingewechselte Qualität in Person von Mario Götze, Thomas Müller und David Alaba führte nicht zu einer Wende. Alaba hatte die größe Chance, traf aber nur den Pfosten (68.). Kurz vor Spielende hätte der eingewechselte Raul Bobadilla fast noch das 2:0 erzielt, traf aber nur den Pfosten. Augsburg konnte auch so feiern. Die Bayern bangen zudem um Xherdan Shaqiri. Ob der Schweizer Nationalspieler für das Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Manchester United am kommenden Mittwoch in München ausfällt, ist ungewiss. Der Rekordmeister muss bereits ohne die gesperrten Bastian Schweinsteiger und Javi Martínez sowie den verletzten Thiago auskommen. (dpa)

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