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FC Augsburg - Hertha BSC 0:0 : Ein Wille, aber kein Weg

Hertha gewinnt wieder nicht, zeigt aber beim 0:0 in Augsburg Kampfgeist. Einen Schock gab es für Fabian Lustenberger - der Schweizer verletzte sich erneut, ihm droht das WM-Aus.

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Beide Seiten glücklos: Sascha Mölders (li.) und Herthas Sebastian Langkamp verlieren den Ball aus den Augen.
Beide Seiten glücklos: Sascha Mölders (li.) und Herthas Sebastian Langkamp verlieren den Ball aus den Augen.Foto: dpa

Es hätte ein schöner Tag für Fabian Lustenberger werden sollen. Sein Comeback stand bevor, nach neunwöchiger Pause wegen eines Muskelfaserrisses. Aber für den Abwehrchef von Hertha BSC Berlin war der Arbeitstag in Augsburg schon vorbei, noch ehe er anfing. Am Ende des Aufwärmens spielte er einen langen Ball. "Da habe ich sofort gemerkt, wie es reingestochen hat", sagte der Schweizer. In den rechten Oberschenkel, "genau an der selben Stelle" der gerade auskurierten Verletzung.

Lustenberger musste am Samstag passen und von der Bank aus zuschauen, wie seine Mannschaft auch im neunten Bundesligaspiel nacheinander ohne Sieg blieb und damit weiter das schlechteste Team der Rückrunde ist. Beim 0:0 gegen den FC Augsburg boten die Berliner zwar eine solide Defensivleistung und eine ansprechende kämpferische Leistung, mehr aber auch nicht. Trotzdem sprach Trainer Jos Luhukay bei seiner Rückkehr nach Augsburg von einem "kleinen Erfolgserlebnis. Ich glaube, wir können ganz gut über die zwei Ostertage kommen."

Luhukay: "Haben Augsburg neutralisiert"

Drei Minuten vor dem Anpfiff musste der Niederländer wegen Lustenbergers Verletzung die Mannschaft noch einmal umstellen. "Es war ein Schock. In erster Linie zwar für Fabian, aber auch für mich, denn so ein Spieler ist bei uns nicht 1:1 zu ersetzen", sagte Herthas Trainer. Er stellte John Anthony Brooks in die Abwehr und zunächst überzeugten die Berliner vor 30 059 Zuschauern auch in der Defensive. Sie stellten die Räume geschickt zu und gaben somit den Schwaben wenig Gelegenheit, ihr Angriffsspiel aufzuziehen. "Wir haben Augsburg neutralisiert und sie nicht in den Rhythmus kommen lassen", sagte Luhukay.

Allein der flinke Alexander Esswein bereitete Johannes van den Bergh auf der rechten Seite ein paar Mal Probleme. Aber seine Zuspiele kamen zu ungenau. Für mehr Gefahr sorgte der frühere Nürnberger, als er in der 27. Minute selbst abzog, aber sein Schuss von der Strafraumkante ging knapp am Tor vorbei. Es war eine von zwei Augsburger Chancen in den ersten 45 Minuten. Die andere resultierte aus einem Freistoß von Tobias Werner, der trotz seines Augenhöhlenbruchs spielte und mit einer Maske sein Gesicht schützte. Der Ball flog über die Abwehr und ging knapp neben dem Pfosten ins Aus.

Keine Anspielstationen im Zentrum

Augsburg entschied zwar die Ballbesitz-Wertung, aber die besseren Gelegenheiten erarbeitete sich in der ersten Hälfte die Hertha. Nach einer halben Stunde zirkelte Sami Allagui den Ball in die Mitte. Dort lauerte Sandro Wagner, der erneut den verletzten Ramos im Sturm ersetzte. Seinen Schuss aus kurzer Distanz parierte Augsburgs Keeper Marwin Hitz mit einem Reflex. Der Schweizer Schlussmann parierte auch die zweite Großchance der Berliner kurz vor der Pause, eine Direktabnahme von Marcel Ndjeng aus neun Metern.

In jener Phase hatte Sebastian Langkamp "das Gefühl, dass wir hier drei Punkte mitnehmen können". Aber daraus wurde nichts. Hertha schaffte es immer wieder mal, schnell das Mittelfeld zu überbrücken, allerdings fand sich selten eine Anspielstation im Zentrum. Am Ende waren die Augsburger zwar spielerisch besser, aber Hertha verteidigte mit einem großen Kampf das vierte Unentschieden in einer tristen Rückrunde.

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