Sport : FC Barcelona – Racing Santander

11. Februar 2007, Camp Nou, 75 600 Zuschauer. Ergebnis: 2:0

Frank Hegewald

„Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien“, sprach einst der Diplom-Geograph Andreas Möller. Meine Schwester wandelte auf seinen Spuren und warnte mich eindringlich vor der Reise nach Barcelona und vor dem Besuch des Camp Nou. Angesichts der ausufernden Gewalt in Italien sei das nicht zu verantworten. Ich klärte sie auf, nicht ahnend, wie entspannend ein Besuch im Camp Nou tatsächlich ist: Eineinhalb Stunden vor Anpfiff sind die Stadiontore noch verschlossen, zu diesem Zeitpunkt begehren bei frühlingshaften Temperaturen aber auch nur neugierige Touristen Einlass – darunter vier gewissenhafte Liverpool-Fans auf Champions-League-Vorexkursion, eine russische Jugendmannschaft in hellblauen Trainingsanzügen und drei indische IT-Spezialisten, die in ihren gepflegten Zweireihern overdressed wirken.

Dann öffnet sich Camp Nou und beschert uns den zweiten Kulturschock. Anders als in Deutschland fingern die Ordner weder in den Rucksäcken herum noch suchen sie persönliche Nähe. Schwierig ist die Platzsuche: Reihen- und Sitzkennzeichnungen fehlen entweder ganz oder folgen höherer Mathematik: Platz 17 neben Platz 21. Egal. Vorhang auf für die große, bunte Ronaldinho-Show, ein Freistoß ist drin, dann ein Kopfball, die Welle schwappt durchs Stadion. Stimmung wie auf einem Familienfest. Ich nehme mir vor, meiner Schwester davon erzählen. Die fuhr an diesem Wochenende übrigens nach Leipzig.

An dieser Stelle berichten „11 Freunde freitags“-Leser von ihren Erlebnissen in der großen, weiten Welt des Fußballs.

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