Sport : FC Bayern – Benfica 3:4 n. E.

Rashid-Stadion, 8. Januar 2007, Dubai, V.A.E., 2500 Zuschauer

Ayla Kiran

Die Vereinigten Arabischen Emirate gelten gemeinhin als Sinnbild für eine Vielzahl sagenumwobener Mythen. In Dubai spielen Tennisgrößen auf Hoteldächern, Skihallen werden importiert und ganze Kontinente nachgebaut – ballorientierte Märchen gehören in der Wüste jedoch seltener zum Repertoire der Geschichtenerzähler. Dennoch ist in der arabischen Welt die Begeisterung für das Rund ungebrochen. Aus irgendeinem Grund steht der deutsche Fußball hier noch für Qualität, in den Einkaufszentren der Stadt kann man beim Kauf eines Bayern-Trikots ein Meet-and-Greet mit der Mannschaft gewinnen, und selbst der Emir zeigt sich volksnah mit den Kickern, und lud die Royals des deutschen Fußballs zum Training aufs Privatgelände. Und so finden sich 2500 Zuschauer ein, als der FC Bayern im Dubai-Cup auf Lissabon trifft. Junge arabische Männer in Kaftanen und in mit „R-Makkay“ beflockten Trikots schwenken entfesselt ihre Deutschlandfähnchen. Die bayrischen Schlachtenbummler, 60 sind mitgereist, hoffen Zeugen ihres eigenen orientalischen Märchens zu werden. Nun hängen im Rashid- Stadion unter den großflächigen Gemälden der königlichen Familie rote Banner mit den Aufschriften „Munich Wanderers“ oder „Forever Number 1“. Man kann sich einen als Fußballfest angekündigten Trainingskick auch schönfeiern, denn was sonst auf dem Platz passiert, entzieht sich jeder Bewertungsgrundlage. Kein Fußballzauber, kein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Torlos geht es ins Elfmeterschießen, welches die Bayern 3:4 verlieren.

An dieser Stelle berichten „11 Freunde freitags“-Leser von ihren Erlebnissen in der großen, weiten Welt des Fußballs.

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