FC Bayern : Besser, teurer, lustiger

In der Bundesliga zählt für den FC Bayern und seine vielen neuen Stars nur der Titel.

Michael Neudecker
Bayern
Bayern & Trophäe: Möglichst viele dieser Bilder wollen Franz, Uli, Kalle und Ottmar in diesem Jahr sehen. -Foto: ddp

Was hat sich verbessert?



Alles, hoffen die Bayern, was nach einer aus Münchner Sicht desaströsen Saison auch dringend nötig wäre. Vor allem aber, klar: die Mannschaft. Knapp 70 Millionen Euro haben die Münchner in neue Spieler investiert. Jetzt haben sie bessere Fußballer, und auch: Lustigere Fußballer, wie Franck Ribéry, der Türklinken mit Zahnpasta beschmiert und Socken abschneidet.

Wer sind die Stars?

„Toniiiii“, das zumindest ist der neue Lieblingsschrei der Fans. Neben dem Italiener Luca Toni, der für elf Millionen Euro aus Florenz nach München wechselte und nun gerne mit breiter Brust und Grinsen über die Trainingsanlage flaniert, ist da auch oder gerade der Franzose Franck Ribéry, der mit 25 Millionen Euro teuerste Einkauf der Bundesligageschichte. Dazu Miroslav Klose, Zé Roberto, Oliver Kahn noch, natürlich, außerdem die Stars, die schon länger da sind, wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm, Lucio – im Grunde sind sie doch alle Stars beim FC Bayern.

Wie sicher ist der Job des Trainers?

So sicher wie die zweite Maß Bier auf dem Oktoberfest, also: hundertprozentig sicher. Schließlich haben die Bayern Ottmar Hitzfeld vergangene Saison mühsam überredet, die Nachfolge von Felix Magath anzutreten – wenn sie ihn jetzt entlassen würden, hieße das, sie hätten einen Fehler gemacht. Und eigene Fehler geben die Bayern schon aus Prinzip nicht gerne zu. Außerdem: Die Vorbereitung lief gut, und es wäre daher schon sehr überraschend, wenn die Mannschaft Anlass geben würde, über Ottmar Hitzfeld nachzudenken. Zé Roberto etwa ist gerade seinetwegen nach München zurückgekehrt.

Welche Taktik ist zu erwarten?

Im Trainingslager in Donaueschingen hat Hitzfeld die Spieler ohne Ball über den Trainingsplatz laufen lassen wie Marionetten, die alle am selben Faden hängen. Interessant hat das ausgesehen, und spätestens da war klar: Die Bayern spielen mit 4-4-2, die beiden zentralen Mittelfeldspieler sind vorzugsweise Mark van Bommel und Zé Roberto, sie werden vor allem defensiv agieren, können sich aber auch in die Offensive einschalten. Zur Not, wenn wie zuletzt keine Stürmer zur Verfügung stehen, wird umgestellt auf 4-5-1. Dabei wären die beiden Außen im Mittelfeld, neben Ribéry wohl Sosa oder Schweinsteiger, zugleich eine Art hängende Spitze. Die einst so große Notwendigkeit eines Spielmachers haben die Bayern mit ihren neuen offensiven Mittelfeldspielern einfach weggekauft. Damit sind sie nun flexibler.

Wer hat das Sagen im Verein?

Der Franz, der Uli, der Kalle, der Ottmar, also: Irgendwie alle. Die selbst ernannte Stärke durch viel Fußballkompetenz in der Führungsriege ist manchmal auch die Schwäche: Auch wenn Manager Hoeneß, Vorstandschef Rummenigge und Hitzfeld nach außen hin überwiegend einer Meinung sind – der Franz, der Beckenbauer, der weiß es als Präsident ja doch oft besser. Dann ärgern sich die Bayern, und der Rest der Fußballnation macht Witze über sie.

Wie ist die Stimmung im Stadion?

Welche Stimmung? Das Stadion ist zwar immer voll, aber die Bayern-Fans haben einfach schon zu oft gefeiert, um über Tore gegen Cottbus jubeln zu können. Nur bei wichtigen Champions-League-Spielen spürt man manchmal einen Anflug von Gänsehaut, aber: Die Bayern spielen heuer nur im Uefa-Cup.

Welche Platzierung ist möglich?

Platz eins. Sonst nichts.

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