Sport : FC Bayern bleibt sieglos und gelassen

Felix Meininghaus

Dortmund - Aus der Chefetage kommt kein Donnergrollen, kein Lamento. Nur moderate Töne. Selbst der Polterer Uli Hoeneß, der sich sonst nach ausbleibenden Erfolgen laut über Schiedsrichter, Spieler oder über Gott und die Welt beschwert, lächelte nach dem mageren 1:1 (0:1) bei Borussia Dortmund und verkündete gut gelaunt, er habe doch schon vor Wochen gesagt, er erwarte einen holprigen Start des FC Bayern München – „und den haben wir jetzt.“

Dabei ist das, was der Deutsche Meister in den 180 Minuten dieser Spielzeit abgeliefert hat, wirklich noch nicht berauschend gewesen. Doch offenbar haben sie sich in München darauf verständigt, dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann jene hundert Tage Schonfrist einzuräumen, die Politikern in neuen Ämtern zugestanden werden. Der Trainer selbst will so lange nicht warten: „Es wird Zeit, dass wir nächste Woche mit einem Dreier mal richtig loslegen.“ Die Bayern empfangen am nächsten Sonntag Hertha BSC.

Dass die Münchner in Dortmund eine Halbzeit lang eine indiskutable Leistung abgeliefert hatten, wurde nicht thematisiert, umso mehr aber der Umstand, in Unterzahl den Rückstand aufgeholt und sich zurückgekämpft zu haben. Dass sie so lange mit einem Mann weniger auskommen mussten, hatten sie ihrem Kapitän zu verdanken. Mark van Bommel war bereits in der 23. Minute vom Platz geflogen, weil er erst Kehl rüde von den Beinen geholt und sich dann noch eine Tätlichkeit an Hajnal geleistet hatte. Drei Platzverweise hat sich van Bommel in den letzten zehn Spielen eingehandelt und fühlt sich nun von den Schiedsrichtern verfolgt. „Wenn ein anderer Spieler so etwas macht, passiert gar nichts“, sagte er. Klinsmann glaubt nicht, einen Problemfall in seinem Team zu haben. „Für Mark ist es schwer, weil er immer unter besonderer Beobachtung steht“, sagt der Trainer: „Emotional bin ich auf der Seite des Spielers, das ist doch ganz klar.“ Felix Meininghaus

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