FC Bayern - Hertha 5:2 : Bayern schlägt Hertha deutlich

Zum Hinrundenabschluss sind die Berliner in München chancenlos. Ein fassungsloser Manager Michael Preetz räsonierte hinterher darüber, "dass man ja bei Bayern München verlieren kann, aber bitte doch nicht so“.

Sven Goldmann
FC Bayern München - Hertha BSC
Chancenlos. Arjen Robben erzielt noch vor der Pause das 3:0 für Bayern. Die Berliner können es nicht fassen.Foto: dpa

Es war furchtbar kalt, so um die minus zwölf Grad, aber wie müssen sich erst die Berliner Fans gefühlt haben? 2500 waren mit nach München gereist, und sie sahen eine Mannschaft, die ihnen das Blut in den Adern gefrieren ließ. Hertha BSC war dem FC Bayern München zum Abschluss der Bundesliga-Vorrunde kein Gegner im klassischen Sinne,  sondern ein zweiter Spielball. Ohne jede Chance auf ein ehrenhaftes Ergebnis hieß es vor 69.000 Zuschauern in der Allianz-Arena 2:5 (0:3), ein unverschämt schmeichelhaftes Ergebnis aus Sicht des Tabellenletzten. In der am Samstag dargebotenen Verfassung muss Hertha nicht weiter darüber nachdenken, ob es noch etwas werden könnte mit der Verhinderung des Abstiegs.

"Wir haben es leider nie geschafft, den Spielfluss der Bayern zu unterbinden“, sagte Herthas Trainer Friedhelm Funkel, und Manager Michael Preetz räsonierte darüber, "dass man ja bei Bayern München verlieren kann, aber bitte doch nicht so“.  Ja, was hatte Hertha sich eigentlich vor und bei diesem Auftritt gedacht? Hinten drin stehen und vorn auf den lieben Gott warten, das wäre immerhin ein Plan gewesen, aber derartige Cleverness war den Berlinern beim besten Willen nicht zu unterstellen. Das Fatale war ja gerade, wie planlos und naiv sie sich nicht in diese vorn vornherein eingeplante Niederlage fügte, sondern wie unbedarft sie in dieselbe hineinrannten.

Hertha bei Bayern
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19.12.2009 18:34Nichts zu lachen. Hertha-Trainer Friedhelm Funkel sah sein Team schon früh auf die Verliererstraße einbiegen. Nach van Buytens 1:0...


Veilleicht hatten sie allen Ernstes gedacht, sie könnten mithalten mit den Münchnern, die doch individuell und kollektiv turmhoch überlegen waren, beflügelt noch dazu durch zuletzt fünf Siege in Folge. "Heute hat man alle unsere Schwächen gesehen“, gab Herthas Kapitän Arne Friedrich zu. "Niemand hat sich angeboten, wir waren zu ängstlich, niemand hat sich angeboten, das war viel zu wenig.“ Die Bayern mussten sich gar nicht besonders ins Zeug legen, sie konnten das Spiel langsam und überlegt angehen im guten Gewissen, dass sich die bessere Mannschaft ohnehin leicht durchsetzen würde.

Die Berliner liefen von Anfang an hinterher und hatten Glück, dass sie immerhin eine Viertelstunde lang ohne Gegentor blieben. Dann aber schlug Holger Badstuber einen Eckball von rechts vor das Berliner Tor,  Daniel van Buyten schlängelte sich an die Spitze des Fünfmeterraums und stieß den Ball völlig unbedrängt zum 1:0 ins Tor. „Das war der Anfang vom Ende“, sagte Friedrich. Ohnehin ging es auf dieser rechten Münchner Angriffseite höchst einseitig zu. Nemanja Pejcinovic und Maximilian Nicu waren dem Tempo von Philipp Lahm und Arjen Robben nie gewachsen.  Auch das zweite Tor fand naher jener Kreidelinie seinen Ursprung. Mario Gomez erzielte es, ebenfalls aus spitzem Winkel, dieses Mal hatte Lahm geflankt. Das war nach einer halben Stunde, als Hertha bereits aufsteckte und es nicht weiter überraschte, dass die Bayern schnell noch das 3:0 nachlegten, natürlich wieder über rechts. Gomez lief hinunter bis auf die Grundlinie, seine weder scharfe noch platzierte Eingabe pritschte Herthas Torhüter Jaroslav Drobny im Stile eines tief fliegenden Volleyballers auf den Fuß von Robben, der mühelos vollendete.

Hertha kam auch ein paar Mal über die Mittellinie, Nicu verstolperte in zwei aussichtsreichen Szenen den Ball,  Lukasz Piszczek traf nach knapp einer Stunde den Pfosten, aber am allgemeinen Eindruck änderte das nichts. Bayern spielte, Hertha versuchte, aber von den viel versprechenden Ansätzen des 2:2 vor einer Woche gegen Leverkusen war nichts zu sehen. Nach einer Stunde ließ Robben seine, nun ja, Gegenspieler Nicu stehen, sein Pass fand Thomas Müller, der auf 4:0 erhöhte. Dann durfte auch mal Hertha treffen, durch Arian Ramos, wen sonst, aber Ivica Olic erhöhte schnell auf 5:1. Dass Raffael noch einmal für Hertha verkürzte, ging unter im eiskalten Münchner Schneegestöber.
 

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