FC Bayern : "Kaiser" billigt geheime Transferpläne

In München kann die teuerste Einkaufstour aller Zeiten nach dem "Ja" von Kaiser Franz losgehen. Wer neben den vier bereits eingeplanten Neuzugängen für wie viel Geld an die Isar wechseln soll, blieb aber unklar.

München - Der Aufsichtsrat um Franz Beckenbauer hat beim deutschen Fußball-Meister FC Bayern München den Weg zur großen Shoppingtour freigemacht, doch wohin die Millionen fließen, bleibt streng geheim. Am Montag segnete Beckenbauer mit dem Bayern-Kontrollgremium wie erwartet die wohl gehüteten Personalpläne ab und ermöglichte damit Manager Uli Hoeneß & Co. das teuerste Transfer-Projekt der Vereinsgeschichte. "Der Vorstand hat die Spielerwünsche präsentiert, und wir waren alle der Meinung, jawohl, das ist der richtige Weg, um in Zukunft wieder einen erfolgreichen FC Bayern zu erleben", sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, der vor großen Transfers seine Zustimmung geben muss.

"Dass gute und international bekannte Spieler nicht billig sind, weiß man. Wir werden viel Geld investieren müssen, um nächstes Jahr wieder mit dabei zu sein, um national und international eine gute Rolle zu spielen", erklärte Beckenbauer, der die Höhe des Investitionsvolumens verschwieg. Die "Abendzeitung" rechnete das Millionen-Paket inklusive Ablöse und Gehälter auf 76 Millionen Euro hoch, die "Bild"-Zeitung spekulierte sogar über eine Rekord-Investition von rund 100 Millionen. "Dass es teuer wird, ist klar, aber wir sind ein Fußball-Unternehmen, und unser erstes Bestreben sollte es sein, eine schlagkräftige Mannschaft zu haben", stellte der "Kaiser" die Vollmacht zum Abheben vom streng beschützten Festgeldkonto aus.

Keine neuen Namen

Neue Namen sickerten nach der Sitzung in der Zigarren-Lounge eines Münchner Hotels nicht durch; es bleibt daher weiter bei Hamit Altintop (FC Schalke 04), Jan Schlaudraff (Alemannia Aachen) sowie dem Argentinier José Ernesto Sosa (Estudiantes de La Plata). Dazu gilt der vermutlich um die 20 Millionen Euro teure Transfer des italienischen Torjägers Luca Toni (AC Florenz) als sicher. Marcell Jansen (Borussia Mönchengladbach), Miroslav Klose (Werder Bremen) und Ex-Bayer Zé Roberto sind weitere Kandidaten, für die die Bayern bei den Transfer-Ausgaben in eine "neue Dimension" (Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge) vorstoßen und "Geld ausgeben werden wie noch nie" (Hoeneß).

Während Beckenbauer mit stiller Freude an die künftigen Leistungsträger denken darf, müssen sich die Bayern-Fans noch ein bisschen gedulden. "Man wartet das Ende der Saison in den Ligen unserer Konkurrenten aus Spanien, Italien, England und anderswo ab", so Beckenbauer. Erst danach werde der Vorstand in einer Pressekonferenz die Transfers bekannt geben - vermutlich wird das erhoffte Rundum-Sorglos-Paket auf einen Schlag genannt.

Einsatzgarantie für Scholl

Die Abgänge dürften bis dahin schon feststehen. Der Verkauf von Owen Hargreaves an Manchester United für rund 25 Millionen gilt als beschlossene Sache, Roque Santa Cruz kündigte trotz Vertrags bis 2009 seinen Wechsel als "ziemlich sicher" an. Nicht mehr dabei ist in der neuen Saison auch Mehmet Scholl. Der 36 Jahre alte Edel-Joker darf sich am Samstag auf einen großen Abschied freuen. (Von Christian Kunz, dpa)

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