FC Bayern : Matthäus ein Trainer-Kandidat in München

Einst hätte er noch nicht mal einen Job als Greenkeeper beim FC Bayern erhalten. Doch mittlerweile ist es nicht mehr abwegig, dass Lothar Matthäus Trainer beim deutschen Rekordmeister wird.

Maik Rosner[sid]
Lothar Matthäus
Bald wieder Trainer? Lothar Matthäus gilt als Kandidat auf den Posten beim FC Bayern. -Foto: ddp

MünchenDie Trainerfrage bei Bayern München ist bis auf Weiteres vertagt. Doch gerade durch die unklare Zukunft von Ottmar Hitzfeld ist ein Thema auf die Agenda des deutschen Fußball-Rekordmeisters gerutscht, das einst unter der Rubrik "nicht mal als Greenkeeper" ein für alle mal abgehakt zu sein schien. In der Woche vor dem Uefa-Cup-Spiel der Bayern beim portugiesischen Tabellensiebten Sporting Braga am Donnerstagabend werden die Spekulationen um Rekordnationalspieler Lothar Matthäus immer wilder.

Hitzfeld in der Schweiz im Gespräch

Mit Hitzfeld, der seine zweite Amtszeit bei den Münchnern am 1. Februar dieses Jahres als Nachfolger von Felix Magath angetreten hatte und mit dem Job als Schweizer Nationalcoach liebäugelt, werde man sich in der Winterpause zusammensetzen, ließen Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß verlauten. Zuvor waren als mögliche Nachfolger im Sommer europaweit große Namen durch die Gazetten gereicht worden: Rafael Benitez (FC Liverpool) und Jose Mourinho (zuletzt FC Chelsea). Dementis über angebliche Absprachen folgten schnell.

Die Gerüchteküche spuckte aber auch zuverlässig einen weiteren Namen aus, der immer dann auftaucht, wenn gerade wieder einmal irgendwo auf der Welt ein Trainerposten vakant ist oder werden könnte. Wie gerade bei der Nationalmannschaft der Ukraine. Doch anders als in der Vergangenheit gilt Matthäus nun auch bei den Bayern zumindest mittelfristig als denkbarer Kandidat.

Der 46-Jährige ist salonfähig geworden, und zu verdanken hat er das Hoeneß, der ihn nach Streitereien um die Gage für sein Abschiedsspiel einst abkanzelte: So lange Karl-Heinz Rummenigge und er etwas zu sagen hätten, "wird Matthäus bei Bayern nicht mal Greenkeeper."

Verhältnis hat sich normalisiert

Mittlerweile hat sich das zerrüttete Verhältnis zu Matthäus, der sechsmal mit den Bayern deutscher Meister wurde, völlig entspannt. "Man kann nie nie sagen", erklärte der Manager jüngst auf die Frage, ob er sich den zweimaligen Weltfußballer als Coach bei den Müchnern vorstellen könne: "Lothar Matthäus will ja im nächsten halben Jahr den Trainerschein machen. Dann hat er ja die Legitimation. Und dann werden wir uns sicherlich, anders als in der Vergangenheit, auch mal mit dem Thema beschäftigen."

Auch Rummenigges jüngste Äußerungen lassen die Vermutung zu, dass Matthäus schneller als gedacht als Trainer in der Bundesliga, vielleicht sogar beim Branchenprimus arbeiten könnte. Zu einem möglichen Engagement des Weltmeisters von 1990 bei den Bayern wolle er sich nicht äußern, sagte der Klub-Boss ausweichend, schloss aber auch nichts aus: "Dass sich das Verhältnis zu Lothar Matthäus irgendwann normalisiert hat, ist völlig klar, aber das heißt nicht automatisch, dass Lothar dann bei uns Trainer wird."

Matthäus fühlt sich geschmeichelt

Matthäus haben diese Äußerungen natürlich "geschmeichelt", wie er angab. Hitzfelds unklare Zukunft gepaart mit den Aussagen der Bayern-Mächtigen helfen Matthäus derzeit ungemein, sein ramponiertes Image vom Dampfplauderer aufzubessern und seinen Traum irgendwann zu verwirklichen. Matthäus will in die Bundesliga, doch bislang wollte die Bundesliga, wie 2005 vor allem die Fans des 1. FC Nürnberg, ihn nicht.

Dem Ritterschlag der Bayern könnte auch das Interesse anderer Klubs folgen, und vielleicht wären die Münchner über einen Testballon bei einem anderen Bundesligaverein gar nicht unglücklich. Dass Matthäus einige Erfolge auf seinen bisherigen Trainerstationen Rapid Wien, Partizan Belgrad, Ungarn, Atletico Paranaense und Red Bull Salzburg vorzuweisen hat, ist bekannt. Dass er mancherorts im Unfrieden ging, ebenso. Die Zahl seiner Fürsprecher steigt dennoch in jüngster Zeit auffallend.

Matthäus selbst sagt, "ein Angebot der Bayern kann man nicht ablehnen. Bayern ist was Besonderes, wie die Nummer 10 bei Brasilien." Er bremst aber auch und schränkt ein: "Langsam! Ich will zurück in die Bundesliga. Ein Trainerposten in Deutschland wäre eine Riesenherausforderung." Vor einiger Zeit konnte er sich aber auch schon eine andere Variante vorstellen: "Ich hätte sicher auch kein Problem damit, unter einem großen Trainer wie Ottmar Hitzfeld noch einmal als Co-Trainer zu arbeiten." Matthäus besichtigt derzeit übrigens Häuser in München.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben