• FC Bayern München gewinnt 5:1: Fünferpack: Lewandowski-Show gegen den VfL Wolfsburg

FC Bayern München gewinnt 5:1 : Fünferpack: Lewandowski-Show gegen den VfL Wolfsburg

Robert Lewandowski wird gegen den VfL Wolfsburg zur Halbzeit beim Stand von 0:1 eingewechselt - und trifft in neun Minuten fünf Mal für den FC Bayern München.

Elisabeth Schlammerl
Robert Lewandowski zeigt es an: Der Angreifer des FC Bayern München hat gegen den VfL Wolfsburg fünf Mal getroffen. Foto: dpa
Robert Lewandowski zeigt es an: Der Angreifer des FC Bayern München hat gegen den VfL Wolfsburg fünf Mal getroffen.Foto: dpa


Es gibt so Tage in einer Fußball-Karriere, die vergisst man als Spieler so schnell nicht. Das sind zum einen die, die mit großen Titelgewinnen verbunden sind, aber manchmal bleibt ein normales Bundesliga-Spiel besonders haften. Für Robert Lewandowski gehört vermutlich das 5:1 (0:1) des FC Bayern München gegen den VfL Wolfsburg am Dienstag dazu. Der Pole hat an diesem Abend alle fünf Tore der Münchner erzielt, und das innerhalb von nicht einmal zehn Minuten.

„Mehr Kribbeln geht kaum, solche Fußball-Feiertage sind die Höhepunkte einer jeden Bundesligasaison", hatte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge im Bayern-Magazin geschrieben, aber vermutlich nicht erwartet, dass seine Mannschaft ihm einen derart vergnüglichen Abend bereiten würde. Allerdings hatte in der ersten Hälfte eher der VfL Wolfsburg richtig Spaß, der das System des Meisters wieder entschlüsselt zu haben schien. Der Pokalsieger hatte ja bereits die beiden Duelle davor mit den Bayern gewonnen. Aber mit einer famosen zweiten Hälfte rückten die Münchner die Kräfteverhältnisse wieder zurecht. 

Dass ein Spieler des Gegners von Bayern-Fans gefeiert wird, kommt ja nicht so häufig vor, aber die Münchner hatten da ein bisschen nachgeholfen und dem erst kurz vor Transferschluss nach Wolfsburg gewechselten Dante vor Anpfiff mit einem Blumenstrauß offiziell verabschiedet. Wenn damit ein wenig die Hoffnung verbunden war, der Brasilianer würde sich von der Geste beeindrucken lassen und gegen die ehemaligen Kollegen etwas unkonzentriert agieren, sahen sich die Bayern zunächst einmal getäuscht. Der Innenverteidiger wirkte eine Halbzeit lang anders als zuletzt unter Pep Guardiola selbstsicher und agierte an der Seite von Naldo souverän.

Mario Götze hatte den Vorzug vor Lewandowski erhalten

Große Schwierigkeiten bereitete die Bayern-Offensive den Niedersachsen zunächst nicht. Der Meister dominierte zwar mit mehr als 60 Prozent Ballbesitz, aber im Spiel nach vorne brachte er lange wenig Konstruktives zustande. Nach einer Viertelstunde fanden die Münchner zum ersten Mal eine Lücke in der gut gestaffelten Wolfsburger Abwehrreihe. Mario Götze, der den Vorzug vor Robert Lewandowski bekam und über die linke Seite kam, setzte Thomas Müller in Szene, aber der mit sechs Treffern erfolgreichste Bayern-Torschütze dieser Saison schoss knapp am rechten Pfosten vorbei. Kurz darauf sorgten die Gäste für einen ersten Aufreger, der enteilte Julian Draxler verpasste allerdings eine Flanke von Daniel Caligiuri. Der zweite gefährliche Ausflug in die gegnerische Hälfte brachte dann bereits die etwas überraschende aber nicht unverdiente Führung. Dieses Mal übernahm Draxler die Vorarbeit, spielte einen feinen Pass zu Caliguiri in den Strafraum, und der 27-Jährige schießt den Ball mit Wucht an Manuel Neuer vorbei in die rechte Torecke zum 1:0 (27. Minute).

Der Rückstand löste bei den Bayern aber keineswegs eine Trotzreaktion aus, sie versuchten weiterhin, mit Kombinationsspiel zum Ziel zu kommen, doch es fehlte eine Spur Aggressivität, um dem Pokalsieger auch kämpferisch die Stirn zu bieten. Nach der Pause ersetzte Javier Martinez den schwachen Juan Bernat, und David Alaba rückte dafür auf die linke Seite in der Viererkette. Außerdem kam Lewandowski für Thiago. Der FC Bayern, der in der zweiten Hälfte auftrat, war ein ganz anderer: Bissig und mit dem unbedingten Willen ausgestattet, das Spiel zu drehen. Und dann kam die Show des Robert Lewandowski. Innerhalb von neun Minuten verwandelte der Pole den 0:1-Rückstand in eine 5:1-Führung. Zunächst war ihm der schnellste Hattrick der Bundesliga-Geschichte gelungen, 3:22 Sekunden benötigte der Stürmer dafür (51., 52., 55.), anschließend legte er noch die Tore vier und fünf nach (57., 60.). Wolfsburg war anschließend nur noch um Schadensbegrenzung bemüht.  

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