FC Bayern München : Guardiola will keine neuen Stars

Ein neuer Torwart, sonst nix: Nach Ansicht von Meistertrainer Pep Guardiola sind die Transferaktivitäten des FC Bayern nahezu beendet. Der Starcoach mäkelt nicht an der schwierigen Vorbereitung herum, sondern will sich anpassen. Groß ist die Freude mit den Weltmeistern.

Pep Guardiola mit Mario Götze - der Trainer ist mit seinem Team zufrieden so wie es ist.
Pep Guardiola mit Mario Götze - der Trainer ist mit seinem Team zufrieden so wie es ist.Foto: dpa

Keine weiteren neuen Stars, keine optimale Vorbereitung - Pep Guardiola hofft vor seiner zweiten Saison beim FC Bayern München auf weltmeisterlichen Schwung. „Sie kommen als Weltmeister zurück, das ist viel besser. Sie sind zufriedener mit ihrer Karriere, für ihre Zukunft. Das werden sie nie vergessen und ich bin sehr zufrieden für sie“, geriet der spanische Starcoach ins Schwärmen. Auf die WM-Helden des Rekordmeisters muss Guardiola aber noch bis zum Ende der USA-Reise, die am kommenden Mittwoch beginnt, warten. Das Vorbereitungsturnier am Wochenende in Hamburg werden die Münchner mit einem Rumpfteam bestreiten.

Die Champions Manuel Neuer, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Jérome Boateng und Mario Götze weilen nach den Turnierstrapazen noch in den wohl verdienten Erholungswochen. Wie auch die im Halbfinale ausgeschiedenen Arjen Robben und Dante oder der frühzeitig gescheiterte Schweizer Xherdan Shaqiri. „Nach einem Worldcup oder einer EM ist es immer ein bisschen anders“, erklärte Guardiola am Donnerstag bei seiner ersten Pressekonferenz der Saison 2014/15. „Aber es ist okay. Wir arbeiten mit den jungen Spielern, lernen ihre Qualität kennen und warten auf die anderen Spieler.“ Nachwuchshoffnungen wie Lucas Scholl und Gianluca Gaudino können sich derweil empfehlen.

Jammern bringt nichts - zumal Guardiola in seiner Zeit beim FC Barcelona als Champions-League-Triumphator nach der WM 2010 auch gute Erinnerungen an eine Post-Turniersaison hat. „Wir müssen uns an die Situation anpassen. Wir können es nicht ändern“, erklärte der 43-Jährige. „Ich will keine Ausreden oder Klagen.“ Nach den Weltmeisterschaften 2010 und 2006 musste der FCB als Dritter und Vierter jeweils der Konkurrenz die Meisterschaft überlassen. Einen deutschen Meistertitel der Münchner direkt nach einem deutschen WM-Triumph gab es noch nie.

Auch mit Blick auf die turnierbedingte Personalsituation analysierten die Münchner Meistermacher ihren Kader, der die Stammspieler-Abgänge von Toni Kroos (Real Madrid) und Mario Mandzukic (Atlético Madrid) zu
verzeichnen hat. Weitere Zugänge nach denen von Juan Bernat (FC Valencia), Robert Lewandowski (Borussia Dortmund) und Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt) sind für Sportvorstand Matthias Sammer nicht ausgeschlossen, doch Guardiola möchte lediglich noch einen Torwart.

Hinter Welttorhüter Manuel Neuer und neben Reservist Tom Starke werde ein weiterer Mann benötigt, erklärte der Spanier. Ansonsten brauche man keine neuen Akteure. „Ich bin sehr zufrieden mit den Spielern“, sagte Guardiola, der in der Torwartfrage an die Vorsaison erinnerte. Dort musste nach dem Ausfall von Neuer und Starke in der Rückrunde kurzzeitig Amateur-Keeper Lukas Raeder, der den Verein verlassen hat, das Tor hüten.

Nach zwei Testspielen zum Trainingsauftakt steht am Wochenende in der Hansestadt für die Münchner ein Vorbereitungsturnier mit Borussia Mönchengladbach, dem VfL Wolfsburg und Gastgeber Hamburger SV an. Während der verletzte Thiago „noch ein bisschen mehr Zeit“ braucht, könnte Franck Ribéry nach verletzt verpasster WM sein Comeback geben. „Ich denke, dass er wenige Minuten in Hamburg spielen kann“, sagte Guardiola und blickt der in einem Monat beginnenden Bundesliga-Saison gelassen entgegen. „Ich bin ein bisschen gemütlicher und weniger nervös als in der anderen Saison. Ich kenne die Bundesliga besser - und vor allem kenne ich meine Spieler besser.“ (dpa)

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