FC Bayern München - Hannover 96 2:0 : Sieg mit Lederhosen

Bayern München spielt Hannover müde und kommt durch Mandzukic und Ribéry zum 2:0-Sieg.

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Die magischen Drei: Franck Ribery (l.), Thomas Müller (r.) und Arjen Robben bejubeln das 2:0 von Ribery.
Die magischen Drei: Franck Ribery (l.), Thomas Müller (r.) und Arjen Robben bejubeln das 2:0 von Ribery.Foto: rtr

München – Als sich Matthias Sammer auf den Weg aus dem Stadion machte, war ihm nichts anzumerken. Ruhig und gefasst kam er aus der Kabine, aber anders als sonst oft, blieb er dieses Mal vor all den Mikrofonen stehen, ohne dass man ihn groß darum bitten musste. Der Sportvorstand des FC Bayern München hatte am Samstag etwas zu sagen, und das war zum ersten Mal seit längerer Zeit etwas Kritisches. Die Mannschaft müsse „raus aus der Komfortzone“, forderte er. „Es kann nicht sein, dass der Trainer jedes Mal eine Brandrede halten muss.“

Der FC Bayern hatte gerade 2:0 (0:0) gegen Hannover 96 gewonnen, seinen vierten Sieg im fünften Spiel geschafft und ist rein vom Ergebnis her im Soll. Aber am Dienstag beginnt für den Triple-Sieger das Unternehmen Titelverteidigung in der Champions League, mit ZSKA Moskau kommt ein unangenehmer Gegner.

Sammer war vor einem Jahr geholt worden von Präsident Uli Hoeneß, um die Mannschaft aufzurütteln, um jegliche Tendenzen zur Selbstzufriedenheit im Keim zu ersticken. Und nun scheint er zum ersten Mal seines Amtes walten zu müssen.

Auch am Samstag hatten die Münchner Anlaufschwierigkeiten. Hannover überzeugte mit einer guten Grundordnung und schaffte es sogar, selbst Akzente zu setzen. Den Bayern, bei denen Bastian Schweinsteiger nach seiner Sprunggelenksverletzung nur auf der Bank saß und im defensiven Mittelfeld von Kapitän Philipp Lahm vertreten wurde, fehlte wie zuletzt die zündende Idee. Gestört von weit aufgerückten Niedersachsen ging der Spielaufbau nur zögerlich vonstatten. Dem Meister mangelte es an Tempo und an Durchsetzungsvermögen. Hannover überzeugte mit einer besseren Zweikampfbilanz als die träge wirkenden Münchner.

„Vielleicht waren wir ein bisschen müde nach den Länderspielen“, sagte Franck Ribery. Für Sammer ist es hingegen eine Frage des Engagements, der Einstellung. „Es geht nicht ums Sportliche, um das System, es geht um die Basis, um die letzten zwei, drei Prozent“, sagte er. Der Hype um Guardiola, findet Sammer, tue der Mannschaft offenbar nicht gut. „Wir verstecken uns hinter dem Trainer.“

Die Spieler zeigten sich da eher wenig selbstkritisch. „Siege wie diese helfen, um besser zu werden“, glaubte Toni Kroos. In der Pause hatte es aber offensichtlich ein paar deutlicher Worte von Guardiola bedurft, um den Sieg zu bewerkstelligen. Nach der ersten guten Kombinationen über Robben und Kroos schob Mandzukic zum 1:0 ein. In der 64. Minute erzielte Franck Ribéry nach Zusammenspiel mit Robben das 2:0. Alles gut ist beim FC Bayern durch diesen mühevollen Sieg aber wohl nicht. Elisabeth Schlammerl

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