FC Bayern München : In der Champions League schmeckt das Gras besser

Die Bundesliga wird für die Bayern immer mehr zu einer Testspielserie für die Champions League - in der verzücken die Bayern dann aber wie jetzt gegen Arsenal. Ein Kommentar.

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Bis das Gras fliegt. Alex Oxlade-Chamberlain (links) und Bayerns Lahm.
Bis das Gras fliegt. Alex Oxlade-Chamberlain (links) und Bayerns Lahm.Foto: Dalder/AFP

Warum eigentlich hat Philipp Lahm nach Auftritten in der Champions League immer Gras im Gesicht? Auch am Mittwoch zierte ein schmückendes Grashälmchen unter dem linken Auge den Kapitän vom FC Bayern München beim Fernsehinterview. Womöglich hatte die Maske da nachgeholfen: So nach dem Motto, Herr Lahm, Gras gefressen und sich eben reingehängt, den FC Arsenal 5:1 vom Platz geschuftet.  Grasspuren des Hammer-Sieges, der wieder einmal gezeigt hat: Wenn das Unternehmen FC Bayern München muss, dann kann es. Das sagte auch Arjen Robben: „Wenn es darauf ankommt, dann sind wir da.“ Alle. Und dann wächst kein Gras mehr, selbst nicht für einen – freundlich formuliert in mittelprächtiger Form - angetretenen Gegner aus der Premier League.

Selbst Carlo Ancelotti, dem in München seit Wochen mangelnder Unterhaltungswert unterstellt wird, blühte am Mittwoch mit seinen geradezu ausufernden Gesten auf. Der Italiener ist eben ein Mann für die besonderen Spiele und kein Pausenclown für einen Wanderbühnenauftritt wie am Sonnabend in Ingolstadt. Da haben die Bayern 90 Spielminuten gelangweilt und dann schon mit zuverlässiger Launigkeit zugebissen. Dreckig gemacht hatte sich aber keiner, Philipp Lahm hatte nicht einmal Gras im Gesicht nach dem späten 2:0.

Vielleicht brauchen die Bayern für die Bundesliga noch einen Co-Trainer - für den Unterhaltungswert

Mag sein, dass die Bayern für ihre lange Testspielserie für die Champions League – die 34 Spiele in der Bundesliga – vielleicht noch einen zusätzlichen Co-Trainer verpflichten sollten, der dann publikumswirksam an der Außenlinie herumturnt.

Aber letztlich ist das Unterhaltungsunternehmen  eben so, wie es sein will: Die Bayern vertreten nicht die Bundesliga, sondern sie vertreten Bayern München. Der eigenen Liga sind sie längst entrückt. Was die ihnen auch ankreidet. Denn daheim langweilen sie unter Ancelotti schon mal, es sei denn ein Emporkämmling wie Leipzig schaut vorbei. Aber selbst das sehen dann ja nicht so viele Fernsehzuschauer wie am Mittwoch.  Und die wurden beim 5:1 gegen Arsenal prächtig unterhalten, bis zum Gras-Interview mit Philipp Lahm. So einen runden Auftritt, den können eben nur die Bayern hinlegen. 

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