Sport : FC Bayern: Neue Ideen aus Kalfifornien

Claus Vetter

Berlin - Martin Vasquez sieht smart aus. Gesunde Gesichtsfarbe, dunkelschwarzes Haar und seine Bluejeans hat ein Designerloch. Dabei ist der Mann mit den 44 Jahren kein Berufsjugendlicher, sondern Fußballtrainer. Das lässt sich daran erkennen, dass er zusammen mit dem Jürgen Klinsmann ein Trikot des FC Bayern München in die Höhe hält – für den Fotografen, irgendwo in Kalifornien. Der einstige Bundestrainer hat verkündet, dass Vasquez dem künftigen Klubtrainer des FC Bayern als Kotrainer helfen wird in der kommenden Saison.

Optisch passt Vasquez also schon mal in das stets um frische Wirkung bemühte Konzept Klinsmann. Seine beruflichen Referenzen dürften dagegen in der Bundesliga niemanden umwerfen: Der in Mexiko geborene Vasquez arbeitet derzeit als Assistent beim US-Klub Deportivo Chivas. Er war Assistenztrainer in Los Angeles und bei Cal Poly-Ponoma. Zudem war er Chefcoach von San Diego Spirit – in der inzwischen aufgelösten US-Profi-Liga der Frauen. Vasquez ist US-Bürger und kam während seiner Profikarriere als Mittelfeldspieler für die Auswahl Mexikos und für die USA zum Einsatz – was kein anderer Spieler von sich behaupten kann. Klinsmann war vor seiner Ernennung zum Bundestrainer 2004 als sportlicher Berater von Los Angeles Galaxy tätig.

Klinsmann kennt Vasquez schon seit fast fünf Jahren und nennt ihn einen Mann mit „Engagement und Leidenschaft“. In München ist man nicht erstaunt darüber, dass Klinsmann nun einen Mann zum Assistenten ernannt hat, der selbst den großen Experten beim FC Bayern noch kein Begriff gewesen sein dürfte. Klubpräsident Franz Beckenbauer sagte immerhin: „Es ist immer gut, wenn neue Ideen hereingebracht werden.“ Und in seiner Zeit als Bundestrainer hat Jürgen Klinsmann mit seinen neuen Ideen ja meist auch Erfolg gehabt. Claus Vetter

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