FC Bayern : Ohne Martinez und Thiago nach Freiburg

72 Stunden vor dem europäischen Supercup-Finale in Prag gegen den FC Chelsea müssen die Bayern noch mal in der Bundesliga ran. Nach der Maximalausbeute von neun Punkten aus den ersten drei Punktspielen fehlen den Münchnern in Freiburg allerdings gleich zwei Spanier.

Seine erste Englische Woche beim FC Bayern muss Pep Guardiola ohne seine spanischen Landsmänner bestehen. Neben dem langzeitverletzten Thiago fehlt dem Münchner Startrainer am Dienstag (18.30 Uhr) in der vorgezogenen Bundesligapartie beim SC Freiburg auch Javi Martínez, der wegen seiner Adduktorenprobleme weiter angeschlagen ausfällt. Nicht die günstigen Voraussetzungen bei der Generalprobe für den europäischen Supercup, der 72 Stunden später gegen den FC Chelsea in Prag ausgespielt wird. „Aber so was passiert im Fußball. Wir werden andere Lösungen finden“, meinte Guardiola.

Nach der Maximalausbeute von neun Punkten aus den ersten drei Bundesligaauftritten sind die Bayern voll im Soll. Einzig der lange Ausfall von Guardiolas Wunschspieler Thiago passt den Triplesiegern wenige Wochen vor Beginn der neuen Champions-League-Saison so gar nicht ins Konzept.
Mindestens fünf Wochen wird der spanische Nationalspieler wegen seines Syndesmoserisses an Krücken gehen müssen, Guardiola rechnet erst im November wieder richtig mit dem 22-Jährigen: „Er ist zwei Monate raus. Wir werden ihn vermissen.“ Ohne Thiago wird in der Mittelfeldzentrale noch mehr Verantwortung auf Bastian Schweinsteiger zukommen. Der Vizekapitän hat seinen Trainingsrückstand aus dem Sommer inzwischen aufgeholt -
und steigert sich zusehends. Genau wie Mario Götze, der vergangenen Samstag beim 2:0-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg sein Bundesligadebüt für die Münchner feierte. „Ich bin zufrieden mit seiner Performance, es war nicht einfach für ihn beim ersten echten Spiel nach dem Wechsel“, lobte Guardiola. Ob er sein Mittelfeldjuwel auch in Freiburg von Beginn an bringt, ließ er offen. „Ich weiß noch nicht“, konterte der Spanier entsprechende Nachfragen am Montag charmant lächelnd.

Auch wenn sowohl Freiburg als auch die Bayern in dieser Saison auf Europas Fußball-Bühne mitspielen dürfen, ist die Favoritenrolle eindeutig. „Wir wollen probieren, die Bayern zu beschäftigen, und es ihnen schwer machen“, meinte SC-Coach Christian Streich zurückhaltend - und berichtete von seinem Matchplan, wenn aus SC-Sicht alles optimal verliefe: „Ich erhoffe mir, dass wir laufen, arbeiten, Räume schließen können und, wenn wir den Ball haben, Fußball spielen.“ Rein statistisch haben die Freiburger allerdings nicht gerade viel zu erwarten. Seit mehr als 17 Jahren sind die Münchner gegen die Mannschaft aus dem Breisgau in Pflichtspielen ungeschlagen. 19 der vergangenen 23 Duelle entschied der deutsche Rekordmeister für sich, die letzte Niederlage setzte es im März 1996. Trotz des deutlich höherwertigen Supercup-Finals am Freitag „müssen wir in der Lage sein, uns voll auf Freiburg zu fokussieren“, forderte Guardiola.

Forsche Töne sind von den Breisgauern natürlich nicht zu hören. „Das wird für uns eine schwere Aufgabe“, meint Sportdirektor Jochen Saier vor der Partie zurückhaltend. Es gelte „alle Kräfte zu bündeln und eine kompakte Mannschaft aufs Feld zu schicken“, sagte der Manager weiter, der selbstredend nicht den ersten Saisonsieg fordert. Klar ist aber auch, dass die Lage beim Tabellenvierzehnten leicht angespannt ist nach nur einem Zähler aus den ersten drei Partien. Insofern hofft Saier gegen den Branchenführer auf „Bonuspunkte“. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben