FC Bayern : Zwei Tore zur Meisterschaft

Andere Münchner als in Cottbus: Der FC Bayern gewinnt dank der Treffer von Luca Toni verdient mit 2:1 gegen Verfolger Leverkusen.

Michael Neudecker
Bayern Jubel
Zwei Treffer von Torgarant Luca Toni lassen den Titelgewinn für die Bayern näher rücken. -Foto: dpa

MünchenKarl-Heinz Rummenigge war offensichtlich gut gelaunt, was daran zu erkennen war, dass er versuchte, witzig zu sein, als er am frühen Samstagnachmittag gefragt wurde, was denn dran sei an dieser Behauptung der schottischen Boulevardzeitung „Daily Record“. Der FC Bayern wolle den polnischen Nationaltorhüter Artur Boruc von Celtic Glasgow für 13 Millionen Euro verpflichten, hatte das Blatt vor kurzem gemeldet. Rummenigge lächelte und sagte: „Das ist eine totale Ente, und schottische Enten schmecken ja auch nicht so gut. Die sollte man gerade jetzt, zu Ostern, dort lassen, wo sie hingehören: im Kühlschrank.“ Die Fragesteller vom Fernsehen haben ein bisschen gelacht, und dann begann das Spiel. Als es zu Ende war, da war Rummenigge vermutlich noch besser gelaunt: Bayern besiegte Bayer Leverkusen mit 2:1. Der Titelgewinn rückt noch näher.

Es dauerte lediglich ein paar Minuten, bis jeder der 69 000 Zuschauer in der Arena und jeder der elf Leverkusener auf dem Platz wusste: Der FC Bayern, der an diesem Samstagnachmittag aufgelaufen ist, der ist ein anderer als der von vergangener Woche in Cottbus. Der FC Bayern von Cottbus war müde, uninspiriert und hilflos, und er verlor 0:2 – der FC Bayern gegen Leverkusen aber war hellwach, präsent und ideenreich. Nach fünf Minuten traf Luca Toni bereits ins Tor: Nach einem präzisen Freistoß von Mark van Bommel, der nach seiner Sperre wieder von Anfang an mitwirkte, kam Toni wenige Meter vor dem Tor ungehindert zum Kopfball – doch er hatte knapp im Abseits gestanden. Weil die Bayern danach weiterhin nach vorne stürmten, und weil die Leverkusener zumindest am Anfang der Partie alles andere als bloß ergebene Zuschauer waren, entwickelte sich eine durchaus ereignisreiche und schnelle Partie.

Szenen, welche die Zuschauer in der Arena aufspringen ließen, gab es viele: Nach 15 Minuten etwa hätte beinahe Bayerns Innenverteidiger Lucio ein Eigentor erzielt, doch der Ball flog neben dem Torpfosten ins Aus. Nach 17 Minuten fiel das erste reguläre Tor, und zwar für die Münchner – Franck Ribéry spielte einen schönen Pass auf Miroslav Klose, der den Ball von der Grundlinie beeindruckend genau auf Luca Toni zurücklegte, und der musste schließlich nur noch ins leere Tor einschieben. In der 29. Minute riss dann wieder Leverkusen die Besucher von den Sitzen, als Oliver Kahn einen abgefälschten Schuss von Bernd Schneider nur dank eines Reflexes mit der Hacke abwehren konnte. Es ging das ganze Spiel über so weiter – mit einer Einschränkung: Je länger die Partie dauerte, desto mehr dominierten die Gastgeber aus München.

Nachdem die zweite Halbzeit gerade begonnen hatte, verpasste zuerst Klose das Tor aus kurzer Distanz per Kopf (50.), ehe in der 59. Minute das 2:0 fiel. Nach einer Flanke von Philipp Lahm war es – natürlich – wieder Toni, der den Ball per Kopf ins Netz beförderte. Toni hatte später sogar Chancen, sein drittes Tor zu erzielen. Und dann, ganz plötzlich und unerwartet, fiel der Anschlusstreffer: Paul Freier spielte einen eleganten Pass auf Dmitry Bulykin, der Kahn keine Chance ließ. Der Spielverlauf war damit zwar kurzzeitig auf den Kopf gestellt – am Gesamt-Resultat änderte das dennoch nichts. Dieses Ergebnis lautet: Die Bayern haben ihren Vorsprung an der Tabellenspitze auf sieben Punkte vor dem Hamburger SV vergrößert.

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