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FC Ingolstadt - 1. FC Union Berlin 3:3 : Union vergibt den Sieg beim Spitzenreiter

Elfmeter, Eigentore, Konter - ein turbulentes Spiel beim Tabellenführer: Union Berlin führt bis kurz vor Schluss gegen die Ingolstädter - bis ein Ex-Herthaner kam.

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Packendes Duell: Unions Puncec (r.) im Zweikampf mit Ingolstadts Leckie.
Packendes Duell: Unions Puncec (r.) im Zweikampf mit Ingolstadts Leckie.Foto: imago

Am Ende  verstanden die Fußballer des 1. FC Union die Welt nicht mehr. Bis kurz vor dem Abpfiff führten die Berliner beim seit 16 Begegnungen ungeschlagenen Tabellenführer FC Ingolstadt mit 3:2. Doch in der ersten Minute der Nachspielzeit rettete der kurz zuvor eingewechselte Ex-Herthaner André Mijatovic mit einem wuchtigen Kopfball den ambitionierten Bayern doch noch einen Punkt zum 3:3 (2:2)-Entstand.

Etliche Union-Kicker ließen sich enttäuscht fallen. Trainer Norbert Düwel ließ seinem Frust an der Seitenlinie freien Lauf. Die Co-Trainer André Hofschneider und Sebastian Bönig saßen dabei versteinert auf der Bank. „Es ist eine gefühlte Niederlage, wenn man kurz vor Schluss noch mal in Führung geht. Es war das vierte oder fünfte Gegentor nach einem Standard. Es kann einfach nicht sein. Wir müssen noch wacher sein, gerade bei den Standards“, ärgerte sich Unions Angreifer Sebastian Polter. „Wir haben uns am Ende nicht selbst belohnt. Vor dem Spiel wären wir mit einem Punkt zufrieden gewesen. Aber wir dürfen nicht mit dem Spiel zufrieden sein. Wir hätten gewinnen können, haben uns mit dem Standard selbst in den Hintern getreten.“

Union beeindruckt offensiv

8008 Zuschauer sahen ein dramatisches und hochemotionales Spiel, bei dem Union in einem 4-2-2-2-System vor allem in der Anfangsphase einen sehr starken Eindruck hinterließ. Kapitän Damir Kreilach stand nach zwei Partien als Einwechselakteur wieder in der Startelf. Im Angriff ersetzte Martin Kobylanski den gesperrten Sören Brandy. Hinten machte sich der verletzungsbedingte Ausfall von Fabian Schönheim zunächst nicht bemerkbar.

Und vorn wussten die Köpenicker zu beeindrucken. Durch einen von Christopher Quiring glücklich herausgeholten und von Benjamin Köhler sicher verwandelten Strafstoß gelang nach 18 Minuten die 1:0-Führung. 180 Sekunden später nahm Quiring einen exzellenten Kreilach-Pass auf und donnerte die Kugel zum 2:0 unter die Latte. Doch noch vor der Pause ging der Vorsprung verloren. Als Roberto Puncec den Ingolstädter Matthew Leckie nicht stoppen konnte, bugsierte der Berliner Michael Parensen die Kugel aus Versehen zum 1:2 ins eigene Netz (36.). In der 45. Minute schlief Union bei einem umstrittenen Freistoß von Pascal Groß, den Marvin Matip zum 2:2 einköpfte.

Man musste um die Unioner fürchten, doch im zweiten Abschnitt standen sie trotz der Möglichkeiten von Leckie und Lukas Hinterseer relativ stabil. Verteidiger Christopher Trimmel ließ sich auch von einem Nasenbeinbruch in Hälfte eins nicht vom Weiterspielen abhalten. Als Polter eine schöne Kombination über Köhler und Maximilian Thiel zum 2:3 (79.) abschloss, roch Union am zweiten Auswärtssieg der Saison – auch wenn der Torschütze mit der Fußspitze im Abseits stand. Mijatovic machte dann den Union-Traum zunichte, als Parensen und Leistner mal wieder bei einer Standardsituation das Nachsehen hatten. „Wenn man 2:0 führt, kann man schon sagen, dass es eine gefühlte Niederlage war. Nichts desto trotz haben wir einen Punkt gewonnen“, meinte Parensen. „In der letzten Minute den Sieg aus der Hand zu geben, war schon bitter. Deshalb sind es eher gemischte Gefühle.“

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