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FC Ingolstadt - Borussia Mönchengladbach 0:2 : Mit glücklichem Händchen

Nach seinen drei Toren gegen Florenz trifft Lars Stindl auch bei Gladbachs 2:0-Sieg in Ingolstadt – allerdings mit der Hand.

Ball im Tor, Hand nicht zu sehen. Also zählt der Treffer von Lars Stindl.
Ball im Tor, Hand nicht zu sehen. Also zählt der Treffer von Lars Stindl.Foto: dpa

Dieter Hecking, der Trainer von Borussia Mönchengladbach, tippte sich mit den Zeigefingern gegen die Schläfe. „Mit Köpfchen“ bedeutet diese Geste – und sie galt seinem Kapitän Lars Stindl, der gerade das 1:0 beim FC Ingolstadt erzielt hatte. Aber Stindl hatte dafür nicht seinen Kopf bemüht, sondern gewissermaßen ein glückliches Händchen bewiesen. Von seiner Hand war der Ball nach einer Ecke ins Tor geflogen. Der Treffer zählte trotzdem und brachte die Gladbacher auf die Siegerstraße. 2:0 (0:0) hieß es am Ende für die Gäste.

Bei der entscheidenden Szene gingen die Bewertungen hinterher erwartungsgemäß deutlich auseinander. Die Ingolstädter waren der Meinung, dass Stindls Tor nicht hätte zählen dürfen. Die Gladbacher verwiesen darauf, dass der Ball von der Brust an der Hand und von dort im Tor gelandet war. „Mit Absicht hat das gar nichts zu tun“, sagte Sportdirektor Max Eberl bei Sky. Aber Absicht muss laut Regeln vorlegen, damit ein Handspiel strafbar ist. Stindl jubelte nach seinem Treffer sehr zurückgenommen, war sich nicht sicher, ob Schiedsrichter Christian Dingert das Tor geben würde. „Es war nicht astrein, aber auch kein Regelverstoß“, sagte Stindl. Dingert hatte das Handspiel wohl wahrgenommen, aber tatsächlich keine Absicht erkannt.

Lars Stindl war schon drei Tage zuvor, beim 4:2-Sieg in der Europa League gegen den AC Florenz, der Mann des Spiels gewesen, als er mit drei Toren aus einem 0:2 ein 3:2 gemacht hatte. In Ingolstadt fiel Borussias Kapitän aber zunächst vor allem durch seine technischen Ungenauigkeiten und Fehlpässe auf.

Überhaupt war es eine Begegnung auf überschaubarem technischen Niveau, mit vielen Zweikämpfen und vielen Zufällen. So stand in der Anfangsphase kein Gladbacher Spieler in der Nähe des Ingolstädter Tores, als Jonas Hofmann eine schnittige Hereingabe in den Strafraum schlug; auf der anderen Seite trat Alfredo Morales in aussichtsreicher Position über den Ball. Bis zum ersten Torschuss dauerte es fast 20 Minuten.

Die Ingolstädter hatten in der ersten Hälfte die etwas besseren Gelegenheiten. Marcel Tisserand kam nach der ersten Ecke frei zum Kopfball, setzte den Ball aber übers Tor, und nach einer halben Stunde wurde Dario Lezcano fünf Meter vor dem Tor gerade noch von Borussias Verteidiger Jannik Vestergaard geblockt.

Die Gastgeber hatten auch nach der Pause die erste gute Gelegenheit, erneut nach einer Ecke. Diesmal setzte sich Marvin Matip gegen zwei Gegenspieler durch, mit seinem Kopfball hatte Borussias Torhüter Yann Sommer einige Mühe. Die haben die Gladbacher generell mit dem FCI. Stindls Handtor war der erste Bundesliga-Treffer überhaupt, der ihnen in Ingolstadt gelungen ist. „Hier in Ingolstadt gewinnt man nicht mal eben so“, sagte Borussias Mittelfeldspieler Christoph Kramer. „Aber wir haben den Kampf voll angenommen.“

Trotzdem gerieten die Gäste in der Schlussphase noch gehörig unter Druck. Torhüter Sommer bewahrte sein Team eine Minute vor Schluss vor dem Ausgleich, als er einen Volleyschuss von Almog Cohen glänzend parierte. Im Gegenzug traf der eingewechselte André Hahn zum 2:0-Endstand. (Tsp)

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