FC Schalke 04 : Über die Europa League nach Europa

In der Bundesliga ist die Situation nicht überragend für Schalke und im Pokal wartet der FC Bayern. Also bleibt wohl nur die Europa League, um die Saison zu retten.

Achtelfinale in Sicht. Meyer und Kolasinac feiern ein Tor im Hinspiel.
Achtelfinale in Sicht. Meyer und Kolasinac feiern ein Tor im Hinspiel.Foto: Fassbender/dpa

Dass Schalke 04 auch in der nächsten Saison wieder auf der europäischen Bühne spielen will, ist kein Geheimnis. Allerdings gestaltet sich die Mission schwierig. Angesichts der Situation in den drei Wettbewerben Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League stellt sich für den Revierklub die Frage, was passiert, wenn das ambitionierte Unterfangen misslingt?

Für Trainer Markus Weinzierl und sein Team ist die Lage kompliziert. Als Tabellen-Zehnter hat Schalke in der Bundesliga acht Punkte Rückstand auf den Sechsten Hertha BSC. Die Konkurrenz um die Europa-League–Plätze ist groß. Womöglich genügt am Ende aber auch Platz sieben, wenn sich der DFB-Pokalsieger bereits über die Liga für Europa qualifiziert.

Noch besteht für die Schalker, die in den vergangenen zehn Jahren nur einmal (Saison 2009/10) nicht europäisch mitmischten, auch die Chance, als Pokalsieger zum dritten Mal in Serie in die Europa League einzuziehen. Allerdings bescherte das Los die denkbar schwierigste Aufgabe. Am 1. März muss Schalke im Viertelfinale bei Bayern München antreten.

Der Königsweg wäre der Gewinn der Europa League. Nicht nur weil Schalke mit dem zweiten kontinentalen Titel seit dem legendären Uefa-Cup-Triumph 1997, der sich im Mai zum 20. Mal jährt, einen enormen Prestigegewinn feiern könnte. Auch wäre damit die Qualifikation für die weit lukrativere Champions League verbunden. Nicht zuletzt deshalb betonen Weinzierl, Manager Christian Heidel und Leon Goretzka vor dem Zwischenrunden-Rückspiel gegen PAOK Saloniki am Mittwoch (18.00 Uhr/Sky) unisono. „Wir wollen in der Europa League weiter für Furore sorgen.“

Die Sicherheitslage ist dramatischer als das Sportliche

Der Einzug ins Achtelfinale scheint nach dem 3:0 im Hinspiel am vergangenen Donnerstag in Thessaloniki nur Formsache. Weinzierl kündigte an, dass es zahlreiche personelle Wechsel geben werde. „Wir werden etwas mehr rotieren, aber wir sind noch nicht durch“, mahnte der Coach. Max Meyer ist zuversichtlich: „Wenn wir eine ähnliche Leistung bringen wie im Hinspiel, werden wir in die nächste Runde einziehen.“

Angesichts der klaren Ausgangslage wurde im Vorfeld ohnehin mehr über die Sicherheitsmaßnahmen als über das Sportliche diskutiert. Wie die Behörden mitteilten, werden 3500 Anhänger des griechischen Klubs in der Arena erwartet. Aufgrund der Erfahrungen aus dem ersten Duell mit PAOK im August 2013 sowie der Vorkommnisse beim Hinspiel sind Verein und Polizei in höchster Alarmbereitschaft. Am Spieltag kommen in Gelsenkirchen mehrere Hundertschaften und zahlreiche Ordner zum Einsatz.

Am Freitag wird in Nyon das Achtelfinale ausgelost. Sollte Schalke wie erwartet in der Trommel liegen, braucht man angesichts namhafter Konkurrenz auch Losglück. Bis zum Finale in Solna (Schweden) am 24. Mai wären noch drei weitere Runden zu überstehen. Heidel muss sich also mit den finanziellen Planungen gedulden. Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen sowie Spielern, deren Verträge auslaufen, erleichtert das nicht.

Der Kampf um Sead Kolasinac (trotz Nasenbeinbruchs einsatzfähig) scheint schon verloren. Der bosnische Linksverteidiger steht auf der Liste zahlreicher europäischer Top-Vereine. Laut „WAZ“ und „Reviersport“ hat der ablösefreie 23-Jährige Angebote von Juventus Turin, Inter Mailand, FC Chelsea und Tottenham vorliegen. Dass das Eigengewächs über den Sommer hinaus bleibt, gilt inzwischen als unwahrscheinlich. (dpa)

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