FCK-Urgestein Toppmöller : "Zusammen ging es nicht"

Klaus Toppmöller wollte dem 1. FC Kaiserslautern helfen die Krise zu überwinden. Nach nur sechs Wochen ist damit Schluss. Er spricht mit dem Tagesspiegel über die Hintergründe.

Toppmöller
Klaus Toppmöller -Foto: dpa

Herr Toppmöller, Sie haben Ihren Aufsichtsratsposten beim FCK nach nur sechs Wochen ehrenamtlicher Tätigkeit niedergelegt. Was waren die Gründe für Ihren plötzlichen Abschied?

Ich wollte meinen guten Namen nicht weiter beschädigen.

Was heißt das genau?

Ich reise seit vier Wochen im Auftrag des Vereins durch die Gegend, bringe Verträge mit drei Spielern unter Dach und Fach ...

...unter anderem mit den von Ihnen als georgischer Nationaltrainer betreuten Levan Tsikitishvili und Zurab Menetshashvili ...

... und am Ende wird alles kurz vor Vertragsabschluss über den Haufen geworfen. Nachdem die finanziellen Zusicherungen seitens des Vorstandes nicht eingehalten wurden, habe ich mich zum Rücktritt entschlossen. Da leidet meine Glaubwürdigkeit.

Es wurde aber gemutmaßt, dass Sie Ihre Aufgabe hingeschmissen haben, weil der Vorstand Ihren Vorschlag einer Trennung von Trainer Kjetil Rekdal verworfen habe?

Das ist Blödsinn. Der Vorstand hat vielmehr auf meinen Vorschlag hin an Rekdal festgehalten. Ich habe Rekdal die ganze Zeit den Rücken gestärkt und ihm offen mitgeteilt, dass der Vorstand mir aufgetragen hat, für alle Fälle mit möglichen Nachfolgekandidaten zu sprechen.

Es gab auch Gerüchte, dass Sie selbst das Traineramt übernehmen wollen.

Was eine Unverschämtheit ist. Das haben Zeitungen wie meine Heimatzeitung „Trierischer Volksfreund“ und die „Allgemeine Zeitung Mainz“ rein spekulativ behauptet. Ich bin zum einen Trainer der georgischen Nationalmannschaft und hatte zum anderen Angebote von ganz anderen Vereinen. Da wäre ich doch bescheuert, wenn ich das Amt bei einem Zweitligaklub auf einem Abstiegsplatz annehmen würde.

Haben Sie denn noch Hoffnung für den 1. FC Kaiserslautern?

Der FCK bleibt für mich eine Herzensangelegenheit. Ich hoffe, dass er trotz allem den Klassenerhalt schafft. Ich habe auch zu den Verantwortlichen weiter ein gutes Verhältnis. Aber zusammen ging es jetzt nicht mehr. Es tut mir leid für den Verein und seine vielen Fans.

Das Gespräch führte Daniel Meuren

ZUR PERSON:

Klaus Toppmöller, 56, war bis Donnerstag sechs Wochen lang ehrenamtlicher Aufsichtsrat beim 1.FC Kaiserslautern. Als Trainer betreut er das georgische Fußball-Nationalteam.

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