Fedcup-Team im Halbfinale : Andrea Petković spielt gegen Australien groß auf

Dank zwei Siegen von Andrea Petkovic erreichen die deutschen Tennisspielerinnen das Halbfinale des Fed-Cups.

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Andrea Petkovic hatte gegen Australien allen Grund zum Jubeln.
Andrea Petkovic hatte gegen Australien allen Grund zum Jubeln.Foto: dpa

Angelique Kerber hatte kaum geschlafen. Stundenlang wälzte sich die Weltranglistenzehnte Samstagnacht in ihrem Hotelbett hin und her. Sie ging im Kopf wieder und wieder das verpatzte Match gegen Jarmila Gajdosova durch, jeden Fehler, jede verpasste Chance. „Ich war so enttäuscht und sauer auf mich selbst“, sagte Kerber, „weil ich nicht das gezeigt habe, was ich kann.“ Durch ihren Fehlstart war die deutsche Fed-Cup-Mannschaft gegen Australien in Rückstand geraten, den Andrea Petkovic noch durch den Marathonsieg über Samantha Stosur zum 1:1 ausglich.

Doch Kerber war angeschlagen. Das frühe Aus vor zwei Wochen in Melbourne hatte Spuren hinterlassen, und nun war sie eingeknickt, als sie das Team in der Stuttgarter Arena eigentlich anführen sollte. Kerber war zum Risikofaktor geworden. Teamchefin Barbara Rittner dachte über einen Wechsel nach, und Julia Görges hätte bereitgestanden, um das wichtige dritte Einzel gegen Stosur zu spielen. Doch Kerber wollte kämpfen, es allen beweisen. Sie überzeugte Rittner in einem langen Gespräch – und dankte es ihr mit einem überzeugenden 6:2 und 6:4-Sieg gegen die australische Spitzenspielerin. Und da Petkovic danach Gajdosova mit 6:3, 3:6 und 8:6 bezwang, steht das deutsche Team wie im Vorjahr im Halbfinale und trifft dort im April auf Russland.

„Ich bin so froh, dass mich Barbara hat spielen lassen“, jubelte Kerber und wollte die Bundestrainerin gar nicht wieder aus der stürmischen Umklammerung lassen. Die 27 Jahre alte Kielerin war enorm erleichtert, weil sie das Team mit 2:1 nach vorne gebracht und es sich selbst bewiesen hatte: „Ich habe gegen mich und gegen Sam gewonnen“, sagte sie stolz, „ich denke, jetzt ist der Knoten endlich geplatzt.“ Sie hatte diese Bestätigung dringend gebraucht. Und dass Stosur nach der dreistündigen Partie vom Vortag etwas müde wirkte, nutzte die beste Deutsche gerne aus. Angetrieben von den knapp 4000 Zuschauern wehrte sich Kerber mit deutlich aggressiverem Spiel gegen die US-Open-Siegerin von 2011. „Ich wollte einfach zeigen, dass ich es besser kann“, meinte Kerber, „und das wird mir für die Saison auch helfen.“

Auch Petkovic hatte nach einem sieglosen Start ins neue Jahr etwas gutzumachen und rang Stosur am Samstag mit 12:10 im dritten Satz nieder. Doch das Match hatte Kraft gekostet, so tat sich die 27-jährige Darmstädterin gegen Gajdosova schwer. Wie gegen Stosur entwickelte sich ein Krimi im Entscheidungssatz, allerdings ein kürzerer. Petkovic blieb nervenstärker und verwandelte nach dem Break zum 7:6 ihren zweiten Matchball.

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