Sport : Fehler und Sorgen

Nach dem 80:92 in Wroclaw fürchtet Alba um seine Zuschauer

Benedikt Voigt

Berlin/Wroclaw. Nach der Schlusssirene brüllte der Hallensprecher die entscheidenden Namen in sein Mikrophon und die meisten der rund 6000 Zuschauer unterstützten ihn dabei: „Zielinski, Tomczyk, Wojcik...“ Der Name eines Basketballers von Alba Berlin war nicht darunter, denn diese schlichen lediglich als Verlierer vom Feld. 80:92 (40:49) unterlagen die Berliner in der Europaliga bei Slask Wroclaw und besitzen nur noch theoretische Chancen auf ein Weiterkommen in die Zwischenrunde.

Alba leistete sich in der ersten Halbzeit elf Ballverluste, die dazu führten, dass die Berliner nach 20 Spielminuten mit neun Punkten zurücklagen. Einzig im zweiten Viertel führten die Berliner nach einem erfolgreichen Dreipunktewurf von Chuck Evans mit 27:25, doch die anschließende 0:15-Serie brachte sie um den Lohn der Aufholjagd. Auch im dritten Viertel kämpfte sich Alba dank DeJuan Collins (28 Punkte) und John Best (20 Punkte) auf 60:62 heran. „Aber wir haben es nie geschafft, richtig vorbeizuziehen und die Polen unter Druck zu setzen“, sagt Manager Carsten Kerner. Näher als fünf Punkte kam Alba im letzten Viertel nicht mehr an Wroclaw heran. In der Verteidigung konnten die Berliner Lynn Greer (26 Punkte), Tanel Tein (21 Punkte) und Adam Wojcik (19 Punkte) nicht kontrollieren. Außerdem ließen sie zu, dass 60 Prozent der Dreipunktewürfe ihren Weg in Albas Korb fanden. „Wroclaw hat gegen unsere Center gut verteidigt“, sagt Kerner. So erzielte Jovo Stanojevic in 32 Spielminuten lediglich sieben Punkte.

Es war die fünfte Niederlage im fünften Auswärtsspiel in der Europaliga. „In der Europaliga ist der Heimvorteil noch ein echter Heimvorteil“, erklärt der Manager. Als Tabellenvorletzter wird es für Alba Berlin schwierig, sich noch für die restlichen sechs Europaligaspiele zu motivieren. „Wir konzentrieren uns weiter von Spiel zu Spiel“, sagt Carsten Kerner. Und Henrik Rödl erzählt als Kokommentator bei TV Berlin: „Ich denke, es wird weiterhin interessant, in die Halle zu kommen.“ Offensichtlich macht sich der verletzte Flügelspieler bereits Sorgen um den Zuschauerschnitt.

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