Fehleranalyse nach WM-Testspiel gegen Chile : "Die Hauptsache in diesem Sport ist zu gewinnen"

Nach dem 1:0 Sieg gegen Chile analysiert die deutsche Nationalmannschaft die eigenen Schwächen. Bundestrainer Joachim Löw ist außer sich. Der WM-Auftaktgegner Portugal lieferte bei seinem Testspiel deutlich besser ab.

Joachim Löw will seine Spieler wieder auf Kurs bringen. Hier im Gespräch mit Marcel Schmelzer beim WM-Testspiel gegen Chile in Stuttgart.
Joachim Löw will seine Spieler wieder auf Kurs bringen. Hier im Gespräch mit Marcel Schmelzer beim WM-Testspiel gegen Chile in...Foto: Imago Sportdienst

Joachim Löw sah seinen verbalen WM-Weckruf beim glücklichen Sieg gegen starke Chilenen bestätigt. „Es ist immer ganz gut, wenn man sieht, dass es nicht nur in Deutschland gute Fußballer gibt“, erklärte der Bundestrainer nach dem glücklichen 1:0 (1:0) der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Mittwochabend, bei dem allein das Ergebnis Optimismus für die Weltmeisterschaft in Brasilien machen konnte. „Wir waren nicht in der Lage, Dominanz auszustrahlen“, resümierte Löw, der aktuell über kein titelreifes Team verfügt.

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Die Pfiffe des Stuttgarter Publikums verstörten die siegreichen deutschen Spieler dennoch. „Das ist eine Frechheit, das geht gar nicht. Man kann nicht immer glänzen“, schimpfte Bayern-Profi Jérome Boateng. „Die Hauptsache in diesem Sport ist zu gewinnen. Mental ist das gut“, sagte Per Mertesacker. Der Abwehrchef ließ sich aber nicht vom erfolgreichen Start ins WM-Jahr blenden, den Mario Götze vor 54449 Zuschauern mit seinem siebten Länderspieltor in der 16. Minute herausschoss.

Mertesacker zum Deutschlandspiel: "Gute Lehrstunde"

„Die Chilenen haben uns gezeigt, wie man guten und produktiven Fußball spielt - bis aufs Toreschießen“, stellte Mertesacker fest und sprach von einer „guten Lehrstunde“. Beim Auslassen der Torchancen übertrafen sich die Südamerikaner gegenseitig. Eduardo Vargas hatte auch noch Pech mit einem Lattenschuss (61.).

„Dass wir noch Arbeit vor uns haben bis zur WM, ist doch klar“, erklärte Kapitän Philipp Lahm. Sorgen aber mache er sich nicht.
Löw wird die 90 Minuten intensiv aufarbeiten und richtig einordnen müssen. Zahlreiche Baustellen muss er bis zum Ernstfall gegen Portugal am 16. Juni schließen. Der deutsche WM-Auftaktgegner fertigte am Mittwoch angeführt vom zweifachen Torschützen Cristiano Ronaldo Kamerun mit 5:1 ab. Die beiden anderen Gruppengegner der DFB-Auswahl patzten: Das US-Team von Jürgen Klinsmann verlor auf Zypern gegen die Ukraine mit 0:2, Ghana unterlag 0:1 in Montenegro.

"Wir werden nicht verzagen"

„Ich bin dankbar für den Test. Wir haben gesehen, dass wir nicht nur gegen Brasilien und Argentinien das Maximum geben müssen“, resümierte Teammanager Oliver Bierhoff. Auch sechs Bayern-Spieler in der Startelf garantieren kein spielerisches Feuerwerk. „Wir konnten keine Dominanz ausüben“, stellte Löw erstaunt fest. Er vermisste die zuletzt demonstrierte „Sicherheit im Passspiel“.
Mesut Özil steckt in einem Tief. Torjäger Miroslav Klose ist weit entfernt von der WM-Form. Bastian Schweinsteiger fehlt nach langer Verletzung der Rhythmus. Die Außenverteidiger-Positionen bleiben Problemzonen, auch wenn der Dortmunder Kevin Großkreutz bei seinem Comeback nicht enttäuschte. Der Hamburger Marcell Jansen erlitt einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk, was ihn weit zurückwirft. „Wir werden nicht verzagen“, sagte der turniererfahrene Mertesacker und gab die Losung bis zum Start der WM-Vorbereitung am 21. Mai aus: „Jeder muss sich bis dahin in eine Top-Verfassung bringen.“ (dpa)

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