Sport : Feiern bis Kiel kommt

Mit dem 26:23–Sieg über Wilhelmshaven sichern die Füchse Berlin den Klassenerhalt

Hartmut Moheit

Berlin - „Von wegen ein lockeres Spiel, das wird knüppelhart“, kündigte Markus Richwien schon mal vorsorglich an. Auch sein Team-Kollege Frank Schumann vertrat vor der Handball-Bundesligapartie der Füchse Berlin gegen den Wilhelmshavener HV dieselbe Meinung: „Was heißt hier Tabellenletzter, die werden bis zum Umfallen um ihre Chance kämpfen.“ Damit war genügend skizziert, was die 6331 Fans in der Max-Schmeling-Halle erwarten würde, und zumindest die erste Halbzeit wurde diesen Prognosen auch gerecht. Dass es am Ende mit 26:23 (12:9) den siebten Heimsieg für die Füchse geben würde, stand nach dem Verlauf dieser 30 Minuten noch längst nicht fest. Vor allem Torhüter Petr Stochl (zwölf gehaltene Bälle) und drei Tore in Folge von Konrad Wilczynski vom 7:6 zum 9:6 (21. Minute) brachten die Berliner da zwar etwas in den Vorteil, aber sicher konnten sie sich gegen einen auf Tempoverschleppung fixierten Gegner nie sein.

Die Füchse hatten aber Kampfgeist bewiesen. Damit wollten sie nun auch im zweiten Abschnitt dafür sorgen, dass sie als Aufsteiger auch theoretisch nicht mehr absteigen können. Vier Spieltage vor Saisonschluss sollte endlich völlige Klarheit herrschen. Und so trumpften sie auch auf: In der 33. Minute stand es schon 16:10. Was sollte da noch passieren? Viel, denn Wilhelmshaven kam noch einmal zurück, verhinderte die Blamage. Mehr aber schafften die Gäste nicht, weil Stochl seine Weltklasseform hielt, weil Kjetil Strand und Wilczynski ihre Quote auf insgesamt acht Tore erhöhten und weil auch Rechtsaußen Richwien dreimal erfolgreich war. Für Wilhelmshaven war Christian Köhrmann mit sechs Toren am erfolgreichsten. Aber immer, wenn Wilhelmhaven ein wenig Hoffnung schöpfte, hatten die Füchse eine entsprechende Antwort parat. Dass dabei einige Chancen ausgelassen wurden – vor allem Kreisläufer Hany El Fakharany sich dabei unrühmlich hervortat – fiel nicht ins Gewicht. Diesmal nicht, gegen einen fast sicheren Absteiger. Gästetrainer Klaus-Dieter Petersen blieb dann auch nichts anderes übrig, als „den Füchsen zum Sieg“ zu gratulieren. Zur Leistung seines eigenen Teams wollte er sich jedoch nicht äußern.

Füchse-Coach Jörn-Uwe Lommel bemängelte danach zwar „die fehlende Konstanz“ in seiner Mannschaft, sagte aber dann doch glücklich: „Jetzt wollen wir erst einmal feiern und uns auch auf das Spiel am Sonntag gegen den THW Kiel freuen.“ Vor fast 10 000 Zuschauern haben die Füchse gegen den Champions-League-Finalisten und ersten Titelanwärter die Chance, als Außenseiter für eine Überraschung zu sorgen. Kiel gewann gestern 34:25 (18:14) gegen den Abstiegskandidaten Essen und übernahm damit die Tabellenführung. Die Füchse hingegen belegen vier Spieltage vor Saisonende Platz zwölf. Und einen Sieg gegen den Spitzenreiter erwartet von ihnen niemand.

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