Sport : Feiern mit dem Nachwuchs

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Jönköping. Am Freitag hat die Eishockey-Weltmeisterschaft begonnen, am Sonnabend bot sich allerdings rund um die „Kinnarps Arena“ in Jönköping ein trostloses Bild. Die Eishalle liegt in einem Industriegebiet, und im Dauerregen wies dort wenig darauf hin, dass am Vortag 500 deutsche Fans eine Party gefeiert hatten. Derart ausgelassen, dass sich eine Tageszeitung bemüßigt sah, den Eishockey-Anhängern aus Deutschland einen halbseitigen Artikel zu widmen.

Die Freude der Fans hatte allerdings einen Grund. Mit 9:2 hatte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zum Auftakt der WM Japan bezwungen. Damit hat die Mannschaft von Bundestrainer Hans Zach ihr Ziel wohl schon nach einem von drei Vorrundenspielen erreicht – die Zwischenrunde. Das nächste Spiel findet heute gegen die Schweiz (live ab 15 Uhr auf Sat 1) statt.

Drei von vier Teams kommen in die Zwischenrunde, und dass die Japaner die Deutschen noch abfangen, erscheint nach ihrem ersten Auftritt unwahrscheinlich. So sieht es auch Andreas Morczinietz. „Die Japaner waren schwächer, als wir das erwartet hatten“, sagt der 24-jährige Stürmer aus Augsburg. Für ihn hatte das Turnier unverhofft gut begonnen. Morczinietz schoss in Unterzahl das 1:0, später traf er noch ein zweites Mal.

Neben Morczinietz sorgte bei seinem ersten WM-Auftritt am Freitag ein weiterer junger Stürmer für Begeisterung: Dem 23-jährigen Boris Blank vom EHC Eisbären gelangen ebenfalls zwei Tore. Gute Noten verdienten sich auch die Fans, die unter den knapp 3000 Zuschauern eindeutig akustisches Übergewicht hatten. Erklärungen für das Interesse an der Nationalmannschaft? Nein, die habe er nicht, sagt Morczinietz. „Das ist alles nur gigantisch." Als die Mannschaft vor drei Jahren bei der B-WM in Dänemark am Tiefpunkt angelangt war und den Aufstieg in die A-Gruppe verpasste, da spielte Morczinietz noch beim Zweitligisten Nordhorn. Bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City wurde er nach der Vorrunde aus dem Kader gestrichen, weil ein Platz für Jochen Hecht vom NHL-Team aus Edmonton benötigt wurde.

„Ein schlechter Tausch war das“, findet Zach inzwischen. Der Bundestrainer hält nichts davon, den Deutschen in der NHL hinterherzulaufen. Keiner von ihnen ist in Schweden mit dabei. „Mit den Kosten, die man einspart, wenn man nicht nach Amerika telefoniert, kann man einen Nachwuchstrainer bezahlen“, sagt Zach.Claus Vetter

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