Sport : Feinjustieren von ein paar Schräubchen

SCC-Volleyballer vor Heimspiel optimistisch

Frank Bachner

Berlin - Der Zug fuhr gerade an Nürnberg vorbei, Michael Warm hätte also mal kurz an sein Elternhaus denken können, das steht im Süden Nürnbergs. Aber Warm musste sich auf seine Zuhörer konzentrieren und darauf, dass er seine entscheidende Botschaft auch eindrücklich genug rüberbrachte. „Das nächste Spiel“, verkündete der Trainer des Volleyball-Bundesligisten SC Charlottenburg seinen Spielern, „ist für uns ein kleiner Auftrag.“ Das nächste Spiel ist das zweite Finalspiel um die deutsche Meisterschaft, es findet am Dienstag (20.15 Uhr) in der Sömmeringhalle in Berlin statt. Das erste hatten die Berliner am Samstagabend 2:3 (25:23, 13:25, 26:24, 18:25, 11:15) in Friedrichshafen verloren, jetzt, am Sonntag, waren sie auf der Rückreise. Der Auftrag lautet: „Wir müssen noch vier, fünf kleine Stellschrauben drehen und uns in ein paar Details verbessern.“

Der Block zum Beispiel war noch nicht optimal. „Wir müssen das Spiel des gegnerischen Zuspielers noch besser lesen“, sagt Warm. Und die Aufschläge müssen noch eine Spur härter und präziser kommen. Und die direkten Angriffsschläge – auch nicht optimal. Mal trafen die Berliner die Antenne des Netzes, mal knallten die Bälle knapp ins Aus. „Aber bei dem hohen Risiko, mit dem wir gespielt haben, passiert das halt“, sagt Warm. Dumm nur, „dass solche Details ein Spiel entscheiden können“. Deshalb ärgerte er sich letztlich auch über die Niederlage. „Es geht um den Sieg, nicht um einen Schönheitspreis.“ Deshalb arbeitete er gestern Abend, bei einer Trainingseinheit, auch an diesen Punkten.

Insgesamt aber, das sagt Warm auch, „war ich sehr zufrieden. Das Team steht wie eine Mauer“. Sebastian Prüsener spielte lange einen überzeugenden Libero, Außenangreifer Dirk Westphal war punktbester SCC-Spieler, Mark Dodds hatte die zweitstärkste Punktausbeute.

Aber da waren auch 3200 Zuschauer in der Arena Friedrichshafen, Fans, die ihr Team traditionell leidenschaftlich anfeuern und die so ein Spiel mitentscheiden. Genau deshalb setzt Warm am Dienstag ja auch auf die eigenen Fans. Lärm machen die auch, und an Masse wird’s auch nicht fehlen. „Ich gehe davon aus“, sagt Warm, „dass die Halle ausverkauft sein wird.“Frank Bachner

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