Sport : FERIENSPIELE (1) Wie man am Strand kickt

Stefan Kuntz

Sie haben Urlaub und wollen nicht nur in der Sonne liegen, sondern auch ein bisschen Sport treiben? Das ist gut so, aber passen Sie auf! Jedes Spiel hat so seine Tücken. Damit nichts schief geht, erklären Ihnen prominente Sportler in loser Folge, wie Sie die wichtigsten Sommerspiele heil überstehen.

Fußball am Strand zu spielen, ist nicht einfach, das weiß ich. Glauben Sie mir, es kostet Kraft und Kondition, aber Spaß macht’s natürlich trotzdem. Wenn der Sand zwischen Fuß und Ball klebt, dann ist das oft wie Schmirgelpapier, die Haut wird rot und tut weh. Deshalb zwei Tipps: Erstens sollte man am Strand nicht mit einem normalen Fußball spielen, sondern sich einen Beachfußball besorgen. Der ist leichter, weicher, kleiner, fast wie ein Volleyball, der schmerzt weniger, wenn man dagegen tritt. Und – das ist ja am Meer nicht ganz unwichtig – der Stoff ist wasserabweisend. Die Kosten für so einen Beachfußball liegen bei etwa 30 Euro.

Zweitens sollte man sich gut eincremen, und zwar – aufgepasst! – auch nach dem Abpfiff. Einerseits wegen des Sonnenbrandes, na klar, andererseits aber auch wegen der Schürfwunden an den Beinen und der stark gereizten Hautflächen auf dem Mittelfuß und der Sohle.

Und noch etwas: Für mich ist das zwar selbstverständlich, aber bevor es mit dem Ball runter zum Strand geht, müssen Sie die Zehennägel kurz schneiden, sonst tut’s mächtig weh. Wichtig ist dann die Technik, die ist am Strand anders als auf einem normalen Fußballplatz. Die Bälle sollte man nicht scharf treten, sondern halbhoch auf Mann, wenig dribbeln, schnell den Abschluss suchen. Und dann könnte es nicht schaden, mal zu gucken, ob der Torwart in die Sonne schaut. Wenn ja, sieht er den Ball sehr spät – dann dürfen Sie ruhig etwas höher schießen. Sprints mit dem Ball am Fuß sollte man vermeiden, der Ball hoppelt ja. Umgekehrt – also ohne Ball – kann man gar nicht genug laufen. Ach ja, zum Schluss: Auf Scherben und Steine im Sand achten! Nicht alle Beach-Soccer-Plätze von guten Hotels sind auch immer gut gepflegt.

Stefan Kuntz wurde 1996 Europameister. In der nächsten

Saison ist er Trainer beim Zweitligisten LR Ahlen. Foto: dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben