Sport : FERIENSPIELE (5) Wie man Wasserball spielt

Patrick Weissinger

Sie haben Urlaub und wollen nicht nur in der Sonne liegen, sondern auch ein bisschen Sport treiben? Das ist gut so, aber passen Sie auf! Jedes Spiel hat so seine Tücken. Damit nichts schief geht, erklären Ihnen prominente Sportler in loser Folge, wie Sie die wichtigsten Sommerspiele heil überstehen.

Ich könnte mir ganz gut vorstellen, als Animateur in einem Ferienclub mit Wasserball für Spaß und Abwechslung zu sorgen. Wer von den Gästen mitmacht, der sollte das Ganze auf keinen Fall verbissen angehen. Als Vorbereitung wäre es aber wichtig, dass die Fuß- und Fingernägel in Kurzform gebracht werden, damit es zu keinen Kratzern kommt. Um die Verletzungsgefahr im Pool zu senken, würde ich am liebsten nur aufblasbare Tore einsetzen.

Auch wenn in dem Teil des Pools gespielt werden sollte, in dem alle stehen können, müsste man sich vorher ein wenig einschwimmen, auch mal mit einem Ball vor der Nase, und dann ein paar Pässe werfen. So einfach ist das gar nicht. Erst recht nicht, wenn das Schwimmbecken tief ist. Dann kann es auch schon losgehen. Es bringt aber nichts, wenn sich ein paar sportlichere Typen zusammentun und dann den Rest herausfordern wollen. Spaß gibt es nur, wenn beide Teams gleich stark aufgestellt sind.

Für wichtig halte ich es zu erlauben, den Ball auch mit beiden Händen, nicht wie bei uns nur mit einer, fangen zu dürfen. Das wäre dann die eine Variante des Passspiels. Die zweite ist die übliche, also der Pass vor den Mitspieler. Jeder sollte versuchen, seinen Gegenspieler auszutricksen. Sich auf diese Weise ein wenig von ihm entfernen, um angespielt werden zu können. Und dann folgt natürlich die Krönung eines jeden Spiels, der Torwurf. Ich finde, dass jeder einmal in den Genuss kommen muss, diesen finalen Ball werfen zu dürfen. Einer kann es, der andere nicht – so wird es nicht eintönig. Im Prinzip ist es doch völlig egal, wer gewinnt, obwohl ein wenig Ehrgeiz schon vorhanden sein sollte.

Wenn dann doch ein Spieler etwas zu hart einsteigt, muss er, wie im professionellen Wasserball auch, bis zum nächsten Treffer zuschauen. Wie lange gespielt werden soll? Nicht mehr als zweimal fünf Minuten vielleicht, oder welches Team als erstes zehn Tore geschafft hat. Viel Spaß dabei!

Patrick Weissinger ist Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und des deutschen Rekordmeisters Wasserfreunde Spandau 04. Foto: Imago

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