Sport : FERIENSPIELE (6) Wie man im Schnee das Tor trifft

Arne Friedrich

Sie wollen sich aufs Eis begeben, wollen auch in diesem Winter mutig sein? Sie möchten den Ferienspeck wieder abtrainieren, aber dabei nicht ausrutschen? Das ist gut so. Aber passen Sie auf! Der Winter hat so seine Tücken. Damit bei Ihren Aktivitäten auch nichts schief geht, erklären Ihnen prominente Sportler in loser Folge, wie Sie die schönsten Wintersportarten heil überstehen.

Wenn in Berlin Schnee fällt, erlahmt die Stadt. Autos rutschen, Menschen jammern und viele wollen im Bett bleiben. Ungewohnt ist es für viele Berliner, auf einem verschneiten Fußballplatz zu spielen. Ich kenne das aus meiner Jugend, als ich in Bad Oeynhausen spielte. Da hatten wir keine Rasenheizung wie hier bei Hertha BSC.

Jetzt meine Handlungsanleitung: Fangen wir in der Kabine an. Ihre Schuhe müssen natürlich eingefettet werden, sonst reißt das Leder und Sie können sich bald neue Schuhe kaufen. Auf Schnee empfehle ich keine Nocken, die sind zu rutschig. Besser sind Lederstollen. Die sind weich, geben Halt – und sind dennoch mit Vorsicht zu behandeln: Nach wenigen Spielen ist das Leder abgenutzt und die Nägel gucken raus. Das ist gefährlich! Wenn Sie sich aufwärmen, ziehen Sie einen Trainingsanzug an.

Danach kann es losgehen. Wenn Sie eine Radlerhose tragen, achten Sie darauf, dass sie die gleiche Farbe hat wie Ihre kurze Hose. So lauten die Regeln. Ein Hemd können Sie unters Trikot ziehen, dicke Socken empfehle ich nicht. Erstens saugen die sich voll, zweitens tut der eingeengte Fuß weh und drittens fehlt das Ballgefühl. Spielerhandschuhe sind gut. Sie halten warm und sind genoppt und imprägniert. Der Ball rutscht also bei Einwürfen nicht weg.

Bei einem Angriff gilt: Spielen Sie die Bälle nicht flach, sondern halbhoch. Sie können ruhig schärfer passen, denn die Bälle bleiben auf dem Schnee liegen. Das ist wichtig auf den Außenbahnen, denn selbst nach 90 Minuten liegt an der Torauslinie noch so viel lockerer Schnee, dass der Weg sich lohnt. Und wenn Sie schießen – Druck hinter den Ball! Der Torwart kann auf platt getretenem Schnee schlecht springen.

Sie liegen also 1:0 in Führung und trinken in der Pause einen warmen Tee. In der zweiten Halbzeit verteidigen Sie den Sieg. Decken Sie ihren Gegenspieler clever im Raum. Auf Schnee kann der Gegenspieler Sie nicht ausdribbeln, er kann nur davonlaufen. Wenn Sie mit Tempo in den Zweikampf gehen, beachten Sie die Verletzungsgefahr. Sie könnten wegrutschen.

Abpfiff. Sie haben gewonnen und wollen feiern? Das muss nicht am Spielfeld sein, sondern erst nach einer warmen Dusche. Und bitte vergessen Sie nicht, ihre Schuhe zu lüften.

Arne Friedrich (24) kam im Sommer 2002 vom Fußball- Zweitligisten Arminia Bielefeld zum Bundesligisten Hertha BSC. Der Abwehrspieler gehört zum Kader der Nationalmannschaft.

Foto: Rückeis

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