Sport : FERIENSPIELE (8) Wie man Handball am Strand spielt

Frank von Behren

Sie haben Urlaub und wollen nicht nur in der Sonne liegen, sondern auch ein bisschen Sport treiben? Das ist gut so, aber passen Sie auf! Jedes Spiel hat so seine Tücken. Damit nichts schief geht, erklären Ihnen prominente Sportler in loser Folge, wie Sie die wichtigsten Sommerspiele heil überstehen.

Das ganze Drumherum macht die Sache rund: Sonne, Strand, Partys, Mädchen. Sun & Fun – das ist das Motto für Beachhandball. Für mich nicht mehr. Nach meinem Kreuzbandriss ist Beachhandball für mich zu gefährlich. An der Algarve, wo ich gerade Urlaub gemacht habe, würde ich ohnehin nicht Beachhandball spielen. Der Sand ist da viel zu heiß. Anstrengend ist die Sache ja sowieso. Man muss dauernd sprinten, ist ständig in Bewegung, die Angriffe wechseln blitzschnell. Da geht es noch flinker zu als im Hallenhandball. Dribbelkönige kommen zu kurz. Das macht sich im Sand nicht so gut.

Normalerweise besteht eine Mannschaft nur aus vier Spielern. Aber im Urlaub ist man ja flexibel. Der Torwart greift mit an, die stürmende Mannschaft spielt also stets in Überzahl. Für die Zuschauer ist das toll, denn es fallen viele Tore. Das heißt: Tore werden zwar erzielt, aber sie werden in Punkten gewertet. Pro Tor gibt es einen Punkt. Es sei denn, der Torwart hat es erzielt. Dann gibt es zwei Punkte. Ebenso beim so genannten Kempa-Trick. Wer nicht weiß, was das ist, zur Erklärung: Ein Spieler wirft den Ball hoch in den Kreis, ein anderer springt, schnappt sich den Ball und wirft ihn aufs Tor, bevor er den Boden berührt. Mit zwei Punkten werden auch andere besondere Wurfvarianten belohnt.

Dass die Spielzeit normalerweise nur zweimal zehn Minuten beträgt, ist bei diesem strapaziösen Spiel sehr willkommen. Allerdings kommt es oft noch zum für die Zuschauer so attraktiven Penaltywerfen. Hat jede Mannschaft einen Satz gewonnen, muss so der Sieger ermittelt werden.

Frank von Behren hat 102 Länderspiele bestritten und war Kapitän der Nationalmannschaft. Er wechselt von GWD Minden zum VfL Gummersbach.

Foto: dpa

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