Fernsehen : Zuschauer lehnen spätere Sportschau strikt ab

Zankapfel Sportschau: Eine Verlegung der populären ARD-Sendung auf den späten Samstagabend findet nur wenig Freunde. Auch um 20:15 Uhr wollen nur wenige Sport sehen.

Sportschau
Eine Institution: Die Sportschau im Jahr 2003. -Foto: ddp

HannoverDeutschlands Sportfans lehnen eine Verlegung der ARD-Sportschau mit Bundesliga-Berichten auf 22 Uhr am Samstagabend strikt ab. Nach einer repräsentativen Umfrage der "Sport Bild" in Zusammenarbeit mit dem Audi-Institut für Sportkommunikation bewerteten 45,3 Prozent die Möglichkeit einer späten Sportschau mit der Schulnote 6 ("ungenügend"). 15 Prozent votierten mit einer 5 ("mangelhaft").

Eine Mehrheit der 1028 per Telefon-Interviews Befragten sprach sich für die Beibehaltung des Status quo mit einer Sportschau um 18.30 Uhr aus. Dieses Modell erhielt die Noten "sehr gut" (41,0 Prozent), "gut" (17,8 Prozent) oder "befriedigend" (18,5 Prozent). Auch Fußball zur besten Sendezeit am Samstagabend (20:15 Uhr) fällt bei Sportfans durch. Diese Möglichkeit bewerteten 56,4 Prozent der Befragten mit "mangelhaft" oder "ungenügend".

Über eine mögliche Verlegung der Sportschau muss die Deutsche Fußball Liga (DFL) im Zusammenhang mit der Vergabe der zukünftigen TV-Rechte entscheiden. Die DFL hat die Agentur Sirius mit der Vermarktung der Inlandsrechte für die Jahre 2009 bis 2015 beauftragt. Die Ausschreibung für die erste Drei-Jahres-Periode soll im Frühjahr 2008 erfolgen.

Ähnliches Modell wie bei Kirch

Der Sechs-Jahres-Vertrag der DFL mit der Tochterfirma des Münchner Medienunternehmers Leo Kirch hat ein Gesamtvolumen von drei Milliarden Euro. Statt 500 Millionen Euro pro Jahr soll der Betrag nach Informationen des "kicker" gestaffelt gezahlt werden. Danach würde Sirius in der ersten Saison 2009/10 lediglich für 460 Millionen Euro garantieren. Im sechsten Jahr 2014/15 wären dann 550 Millionen Euro Honorar für die DFL fällig.

Die DFL hatte bereits 2000 mit Kirch einen Vier-Jahres-Vertrag nach einem ähnlichen Muster ausgehandelt. Das Gesamtvolumen betrug damals drei Milliarden Mark. Für das erste Jahr waren 695 Millionen Mark, und für die vierte Saison 900 Millionen Mark vereinbart worden. Am 8. April 2002 reichte die Kirch-Gruppe beim Amtsgericht München einen Insolvenzantrag ein und stürzte damit die Liga in eine Finanzkrise. (mit dpa)

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