Fernsehpanne : Kein Bild, kein Ton beim Halbfinale

Beim Halbfinalspiel fiel in der zweiten Halbzeit für insgesamt sieben Minuten das Bild aus. Die Stromversorgung im Broadcast Center in Wien war zusammengebrochen.

Ingo Schmidt-Tychsen,Markus Hesselmann
gestört
Wir müssen geduldig sein. Es dauerte ein bisschen lang.Foto: dpa

Im EM-Quartier von "Tagesspiegel" und "11 Freunde" an der Treptower Arena reagierten die Fans beim ersten Ausfall kurz nach der Halbzeitpause zunächst ungehalten, doch dann gab es "Deutschland, Deutschland"-Rufe zur Aufmunterung. Nach einigen Minuten kam der Ton wieder. Das Bild aber blieb weg. In den Kneipen wurde es still - bis auf Réthys Stimme. So muss es 1954 beim WM-Finale gewesen sein, als alle um die Radios herumsaßen und dem Geschehen aus Bern und der Reportage von Herbert Zimmermann lauschten. Nach weiteren Minuten ebbte die Nostalgiewelle ab. Das Bild war wieder da.

Eine prompte Nachfrage von Tagesspiegel Online in der Zuschauerredaktion ergab noch keine Begründung. "Wir wissen noch nicht, woran es gelegen hat", hieß es zunächst. "Der Sendeleiter hat noch keinen Bericht geschrieben." Fernsehreporter Béla Réthy vermutete erst einmal einen Stromausfall im Pressezentrum als Ursache.

ZDF-Pressesprecher Alexander Stock sagte Tagesspiegel Online später: "Es lag an einem Stromausfall im Broadcast-Center, der alle außer dem Schweizer Sender betroffen hat." ZDF-Reporter Johannes B. Kerner erklärte dann live auf Sendung, dass die Schweizer als einzige eine Leitung direkt in das Stadion von Basel gelegt hätten. "Unsere Leute in Mainz haben dann ganz schnell eine Verbindung zu denen legen können", sagte er. Dazu hätten sie "einen Satelliten angezapft". ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz nannte die Störung die „ärgerlichste anzunehmende Panne“ zum Ende des weltweit übertragenen Fußballturniers.

Das Bild war während des Spiels, etwa in der 75. Spielminute, erneut ausgefallen. Dieses Mal allerdings nur für etwa eine Minute. Danach schaltete ZDF auf den Schweizer Kanal "SF" um, gerade rechtzeitig vor dem Tor von Miroslav Klose zum 2:1. Béla Réthy kommentierte das Spiel im Schweizer Fernsehen weiter. Einige Male noch fielen Ton und/oder Bild kurzzeitig aus. Dann kam der Schlusspfiff - und aus vielen Gründen Erleichterung.

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